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Deutsches Technikmuseum - Medieninfo: Deutsches Technikmuseum zeigt restaurierten Rumpf der Junkers Ju 88

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Deutsches Technikmuseum zeigt restaurierten Rumpf der Junkers Ju 88

Langjährige Wiederherstellung in Ungarn erfolgreich abgeschlossen

Pressetermin: Dienstag, 20. Juli 2010, 11.00 Uhr
Ort: Luftfahrtausstellung, 4. OG Neubau
Achtung: Termin eignet sich auch besonders für die Bildberichterstattung.

Das Deutsche Technikmuseum in Berlin zeigt nach jahrelangen Restaurierungsarbeiten den wieder hergestellten Rumpf einer Junkers Ju 88.  Die Maschine war 1944 in den Plattensee abgestürzt und erst 1996 geborgen worden. Der zweimotorige Tiefdecker in Schalenbauweise für drei Mann Besatzung gehört zu den meist gebauten Flugzeugtypen, die im Zweiten Weltkrieg eingesetzt wurden. Dennoch gibt es heutzutage kaum noch erhaltene Exemplare dieser Maschine.

Nachdem das Wrack jahrzehntelang für Fischer ein ärgerliches Hindernis war, wurde es schließlich geborgen. Nach dem Abtransport kam die Maschine in die Werkstatt der Firma Bircsak in der Nähe von Budapest, die sich auf die Restaurierung historischer deutscher Flugzeuge aus dem Zweiten Weltkrieg spezialisiert hat. Als die Übernahme durch das Deutsche Technikmuseum Berlin geregelt war, begann nach aufwändigen Recherchen der Wiederaufbau des Flugzeuges. Fehlteile wurden, wo immer möglich, durch identische Originalteile ersetzt. Die Restauratoren arbeiteten dabei eng mit dem Norsk Luftfartsmuseum in Bodö und dessen Kurator Birger Larsen zusammen. Im Laufe der Jahre wurden in ganz Norwegen, wo viele der Maschinen abgestürzt waren, viele der gesuchten Fehlteile aufgespürt, nach Ungarn transportiert und dort in das Flugzeug eingebaut.

Als Gegenleistung für diese entscheidende Unterstützung wurde parallel für das norwegische Museum ein zweiter Rumpf einer Junkers 88 A-4 in Ungarn aufgebaut. Die Kosten dafür wurden vom Berliner Technikmuseum übernommen – Kosten, die auf der anderen Seite dort eingespart werden konnten, wo statt der Anfertigung von Neuteilen der Einbau historischer Teile möglich war. Nach Abschluss der Arbeiten am Rumpf werden jetzt in den nächsten zwei Jahren die beiden Trag-flächen mit den BMW 801 Motoren und dem Fahrwerk auf die gleiche Weise in Ungarn instand gesetzt und dann dem Rumpf in der Dauerausstellung hinzugefügt.

Ein Glücksfall für das Deutsche Technikmuseum war die Bekanntschaft mit Dr. Ing. Peter Aichner/Brixen. Er hatte in jahrzehntelanger Kleinarbeit eine komplette und funktionstüchtige Funkanlage einer Ju 88 zusammen getragen. Nach seinem Tode übergab die Familie diese seltene Sammlung dem Berliner Technikmuseum, das sie jetzt in das Flugzeug einbauen lässt.

Zur Historie der Junkers Ju 88

1935 schrieb das Reichsluftfahrtministerium im Rahmen der Wiederaufrüstung die Entwicklung eines „Schnellbombers“ aus. Daraufhin wurde bei den Junkers Flugzeug- und Motorenwerken die Junkers Ju 88 entwickelt und gewann die Ausschreibung. Obwohl das Konzept des „Schnellbombers“ zu Kriegsbeginn 1939 bereits überholt war, eignete sich die Ju 88 wegen ihrer robusten Bauweise und ihrer Geräumigkeit für vielfältige Verwen¬dungszwecke. Mit mehr als 15.000 gefertigten Exemplaren zählte sie zum größten deutschen Rüstungsprogramm. An allen Fronten des Zweiten Weltkrieges kam dieses Flugzeug zum Einsatz, sei es im hohen Norden als Fernaufklärer, als Sturz¬kampfflugzeug bei der Bombardierung europäischer Städte, als Nachtjäger, als Zerstörer, als Tiefangriffsflugzeug, als Spezialtransporter, als Panzerjäger, als Torpedojäger auf der Nordsee, im Atlantik und im Mittelmeer, und schließlich als Huckepackflugzeug zur Bombardierung wichtiger Ziele in den letzten Kriegsmonaten.

Informationen zur Junkers Ju 88 im Deutschen Technikmuseum

Die ausgestellte Ju 88 G-1 mit der Werknummer 714628 ist ein schwerer Nachtjäger. Charakteristisch für diese Variante ist die umfangreiche Funkmessanlage – heute Radar genannt – mit den „Lichtenstein“-Antennen an der Bugspitze, dem so genannten Hirschgeweih, wie auch die Ausrüstung mit vier 20 mm Kanonen in einer Waffenwanne nach vorne gerichtet sowie zwei Maschinenkanonen hinter der Kabine nach schräg oben feuernd.
Mit dem Verbandskennzeichen 2Z+BR war die Maschine Ende 1944 beim Nachtjagd¬geschwader NJG 6 in Ungarn im Einsatz. Am 5. Dezember 1944 startete sie zusammen mit einigen anderen Flugzeugen zum Schlachtfliegereinsatz gegen die vorrückenden sowjetischen Truppen am Plattensee. In der Nähe von Balatonföldvar wurde die Maschine abgeschossen und stürzte in den Plattensee.

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  • Restaurierter Rumpf der Junkers Ju 88

    Restaurierter Rumpf der Junkers Ju 88

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    Restaurierter Rumpf der Junkers Ju 88

  • Restaurierter Rumpf der Junkers Ju 88

    Restaurierter Rumpf der Junkers Ju 88

  • Restaurierter Rumpf der Junkers Ju 88

    Einbringung des restaurierten Rumpfs der Junkers Ju ...

  • Restaurierter Rumpf der Junkers Ju 88

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    Restaurierter Rumpf der Junkers Ju 88