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Deutsches Technikmuseum - März

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Die Webseiten der Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin (SDTB) auf einen Blick:

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Die Stiftung umfaßt sechs Standorte:

Objekt des Monats März 2012

Foto: Holzmodell mit Plattboden, das heißt ohne Kiel. Drei weisse Segel sind gesetzt. Ein braunes Fischernetz hängt zum Trocknen am Mast. Am Netz hängen Steine und Schwimmer, die das Netz in der Realität bei der Fahrt durch das Wasser offenhielten.

Modell eines Fischerkahns vom Kurischen Haff © SDTB / C. Kirchner

Fischerkahn vom Kurischen Haff, ohne Maßstab

Ab 1961 stand dieses Schiffsmodell in den Räumen der Landsmannschaft Ostpreußen e. V., einem Verein, der sich unter anderem der Wahrung des kulturellen Erbes Ostpreußens widmet. Bis 2010 hatte der Verein seinen Sitz im Deutschlandhaus in der Nähe des ehemaligen Anhalter Bahnhofs. Als er dort auszog, fand das Modell einen neuen Heimathafen im Deutschen Technikmuseum.

Der unbekannte Modellbauer kannte die Fischerkähne genau

Der Maßstab des Modells ist aufgrund falscher Proportionen nicht zu ermitteln. So ist der Rumpf zu kurz und der Wimpel am Masttopp zu groß. An Details lässt sich jedoch erkennen, dass der unbekannte Modellbauer die Fischerkähne vom Kurischen Haff genau kannte. Das Modell zeigt ein Keitelnetz. Dieses wurde mit Schwimmern und Steinen austariert, von einem 6 bis 8 Meter langen Baum offengehalten und schwebend über den Grund des Haffs gezogen. Wegen der Gefahr für Jungfische und Laich war die Keitelfischerei streng reglementiert: Fangzeiten und Fanggebiete sowie Maschenweiten waren genau festgelegt.

Ein anderes Detail ist am Rumpf erkennbar: Das Modell ist kraweel beplankt, das heißt, die Rumpfplanken treffen "Stoß an Stoß" aufeinander, verbunden sind sie wie in der Realität mit sogenannten "Zingelnägeln". War der Erbauer des Modells ein Kahnbauer oder ein Fischer? Eines scheint sicher: Das Modell wurde aus der Erinnerung gebaut, um der Erinnerung zu dienen - der Erinnerung an den Verlust des früheren Lebensmittelpunktes und des Berufes nach 1945.