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Deutsches Technikmuseum - April

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Die Stiftung umfaßt sechs Standorte:

Objekt des Monats April 2012

Foto: Auf einem größeren Metallblech ist mit einer Halterung ein sechseckiges Holzbrett befestigt. Auf diesem ist die Antenne aus dünnem Blechstreifen angebracht und mit dem Signalkabel verbunden.

Provisorische Fernsehantenne aus der Kaserne Krampnitz © SDTB / C. Kirchner

Provisorische Fernsehantenne aus russischer Kaserne, um 1990

Modernes Kunstwerk oder Gebrauchsgegenstand?
Im ersten Augenblick verblüfft das Objekt dieses Monats den Betrachter. Aufgabe von Museen ist es, aussagekräftige und seltene Zeitdokumente zu sammeln. Oft arbeiten sie dabei mit Menschen zusammen, die ähnliche Interessen verfolgen. Die leidenschaftliche Sammlerin H. G. suchte zu Beginn der neunziger Jahre zahlreiche Kasernen auf, die zu dieser Zeit gerade von den Truppen der Sowjetunion geräumt wurden. Frau G. war fasziniert von dem Nebeneinander der Symbole in diesen Kasernen und den Hinterlassenschaften der Soldaten – in den oft während der NS-Zeit errichteten Gebäuden fanden sich Zeichen und Gegenstände des Nationalsozialismus und der sowjetischen Truppen.

Fernsehen als Tor zur Welt

Selbst im sozialistischen Bruderland DDR waren die Russen nicht besonders beliebt. Das strenge Reglement verbot ihnen allerdings auch den näheren Kontakt zu ihrer Umgebung. Weit weg von ihrer Heimat und nahe den westlichen Territorien lebten sie weitgehend in einer geschlossenen Welt. Viele müssen jedoch versucht haben, diese Grenzen mittels des Fernsehens zu überschreiten. Frau G. fand vor allem an den Offiziershäusern provisorische Antennen, mit denen das Fernsehen der DDR und der Bundesrepublik empfangen werden konnten. Diese Antennen sind von einfachster Bauart, gefertigt aus Baumaterial und Werkstattresten, sie waren an den Fenstern oder auf den Dächern befestigt.

Frau G. hat dem Deutschen Technikmuseum insgesamt acht Antennen überlassen. Ohne ihr Engagement wären sie vermutlich für immer verloren gegangen.

Diese Antenne stammt vom Gelände der Kaserne Krampnitz, nördlich von Potsdam. Nach dem Abzug der Roten Armee im Jahr 1994 verfiel die Kaserne; in den Ruinen wurde unter anderem der Stalingrad-Film "Enemy at the Gates" (2000) gedreht.

Inv. Nr. : 1/2011/0719 0