| |

Deutsches Technikmuseum - Juli

Navigationsmenüs


Webseitenübersicht

Die Webseiten der Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin (SDTB) auf einen Blick:

Stiftung

Die Stiftung umfaßt sechs Standorte:

Objekt des Monats Juli 2012

Foto: Das Spatenblatt trägt die Aufschrift: Unter der Regierung Adolf Hitlers der erste Spatenstich am Reichsautobahnnetz

Der Zeremonie-Spaten vom 23.09.1933 © SDTB / C. Kirchner

Autobahnbau unterm Hakenkreuz - Der erste Spatenstich zur Reichsautobahn, 1933

Hitler und die Autobahn: In den Köpfen vieler Menschen ist diese Verbindung noch immer präsent. In der Tat war der Autobahnbau eines der zentralen Propagandathemen der Nazi-Diktatur. Während die Nationalsozialisten ihren barbarischen Vernichtungskrieg planten, pflegten sie zugleich über den Autobahnbau das Image der Fortschrittlichkeit.

Am 23. September 1933 begann mit dem ersten Spatenstich des Reichskanzlers Hitler für die Teilstrecke Frankfurt - Darmstadt das Projekt der Reichsautobahnen. Die Zeremonie um diesen "Ersten Spatenstich" wurde mit großem Aufwand inszeniert. Auch der Unternehmer Willy Hof, ein früher Verfechter der Autobahnidee in Deutschland, war dazu eingeladen, durfte aber nicht weiter in Erscheinung treten. Jede Erwähnung seiner Idee, eine Nur-Autostraße vom Meer bis zu den Alpen zu bauen, hatte zu unterbleiben. Vielmehr verklärte die Nazipropaganda die Reichsautobahnen zu "Straßen des Führers".

Der ausgestellte Spaten wurde Willy Hof am 23. September 1933 beim ersten Reichsautobahn-Spatenstich als Ehrengeschenk übergeben. Ein weiteres Exemplar erhielt der Generalinspekteur für das deutsche Straßenwesen, Fritz Todt. Sein Spaten gilt als verschollen.

Willy Hof und die HAFRABA-Planungen
Die deutsche Autobahngeschichte hatte eigentlich mit Willy Hof, dem Generaldirektor der Deutschen Handelsgesellschaft in Frankfurt (Main), begonnen. Er gehörte 1926 zu den Mitbegründern der Gesellschaft "HAFRABA". Der Name leitete sich aus der geplanten Streckenführung für eine Autobahn von Hamburg über Frankfurt (Main) nach Basel ab.

Im April 1933 hatte Willy Hof zweimal Hitler aufgesucht und ihm die Planungen der Nur-Autostraße vom Meer bis zu den Alpen unterbreitet. Der Reichskanzler und seine Berater waren sich des hohen Werts der Arbeiten bewusst. Zwar lehnten nicht wenige Nationalsozialisten nach außen hin die HAFRABA-Planungen aus ideologischen Gründen ab, da sich unter den Mitgliedern der HAFRABA mehrere Juden befanden und man in den Autobahn-Plänen eine "großkapitalistische und jüdische Interessenswirtschaft" sah. Tatsächlich aber entstand aus den HAFRABA-Plänen die Basis für das Netz der Reichsautobahnen.

Schenkung: Ada Vöge (Berlin) und Willy Hof (Hanau)
Inv.-Nr. 1/2012/0678