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Deutsches Technikmuseum - Oktober

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Objekt des Monats Oktober 2012

Foto: Der Apparat ist circa fünfzig cm hoch und hat einen Durchmesser von vierzig cm. Die Austrittsdüse ist oben auf dem Kessel, dort ist jetzt ein biegsamer Schlauch angebracht.

Zur Raumdesinfektion: der Breslauer Desinfektionsapparat, ca. 1940 © SDTB / C. Kirchner

Breslauer Desinfektionsapparat, ca. 1940

Dieses Gerät diente zur Raumdesinfektion, etwa von Krankenzimmern, in denen zuvor Patienten mit hoch ansteckenden Krankheiten gelegen hatten. Aber auch normale Wohnräume konnten damit behandelt werden – beispielsweise in Zeiten von Epidemien.

Zentraler Teil des Apparats ist ein Kupferkessel für die Desinfektionslösung. Dieser wird mit Hilfe eines Spiritusbrenners erhitzt, wodurch die Lösung verdampft und aus der Düse austritt. Kessel und Brenner werden zur Sicherheit gemeinsam in einen emaillierten Wärmeschutzmantel aus Stahlblech eingehängt.

Raumdesinfektion von innen oder außen
Der Apparat kann frei im Raum aufgestellt werden. Es besteht aber auch die Möglichkeit, den Raum von außen her zu behandeln. Dazu wird die Düse gegen einen flexiblen Schlauch ausgetauscht, der durch das Schlüsselloch einer Tür geführt wird. Desinfiziert wurde mit einer wässrigen Lösung von Formaldehyd. Die Desinfektion selbst dauerte etwa anderthalb bis zwei Stunden. Anschließend musste mit Ammoniak-Dämpfen nachbehandelt werden, um so das Formaldehyd unschädlich zu machen. Nach weiteren ein bis zwei Stunden konnte man den Raum wieder betreten, ohne gravierende Gesundheitsrisiken befürchten zu müssen.

Die Bauart des hier gezeigten Desinfektionsapparats wurde von Carl Flügge (1847-1923), dem ersten Professor für Hygiene an einer Preußischen Universität, in seiner Breslauer Zeit entwickelt.

Das Gerät wurde von der Firma Hans Heckmann, vormals Deutsche Desinfections-Bedarfs A.-G., in Berlin-Charlottenburg um 1940 hergestellt. Es wurde zusammen mit einem ähnlich gebauten Apparat zur Ammoniak-Verdampfung in einer gemeinsamen Holzkiste ausgeliefert.