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Deutsches Technikmuseum - November

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Die Stiftung umfaßt sechs Standorte:

Objekt des Monats November 2012

Foto: Ein circa 50 Kubikzentimeter großes Rack mit Platinen für die zentrale Recheneinheit, eine voluminöse Tastatur, die eher den Zwanziger bis Fünfziger Jahren zu entstammen scheint und eine große Computermaus.

Selbst bestückt, selbst gelötet und selbst programmiert - der Z 1013 © SDTB / C. Kirchner

DDR-Selbstbau-Computer Z 1013 von 1987

Computer selbst bauen!?
In Zeiten schicker Tablet-Computer erscheint das ziemlich abwegig.

Für die Computerfreaks in der DDR war es hingegen vor nunmehr 25 Jahren das Normalste der Welt. Es gab nämlich kaum einen anderen Weg, um als Privatperson an einen PC zu kommen.

Der hier gezeigte Selbstbaurechner Z 1013 wurde damals mit einer Postkarte beim Hersteller, dem VEB Robotron Elektronik in Riesa, bestellt und etwa ein Jahr später im Robotron-Fachgeschäft für Heimelektronik in Erfurt ausgeliefert, wo der Kunde ihn abholen musste. Er kostete je nach Ausstattung zwischen 600 und 950 Mark der DDR.

Selbst abholen, zusammenbauen und programmieren

Der Typ Z 1013 war ein Einplatinencomputer. Der 8-Bit-Prozessor hatte eine Taktfrequenz von 2 MHz, besaß einen 4-KByte-Speicher und je nach Modell 16 bis 64 KByte Arbeitsspeicher. Bei der günstigeren Variante bekam man eine unbestückte Leiterplatte, musste alle Bauteile selbst auflöten und dazu ein Gehäuse bauen. Teurer wurde es, wenn man bereits die voll bestückte Leiterplatte mit Tastatur bestellt hatte und nur noch Gehäuse und Netzteil selbst anzufertigen brauchte. Als Bildschirm diente ein Schwarz-Weiß-Fernseher, als Speicher eine Tonbandkassette. Programmieren musste man das gute Stück dann ohnehin selbst, zum Beispiel in der Programmiersprache BASIC.

Der Vorteil solcher Selbstbau-Computer war ihre Ausbaufähigkeit. Dem Computerliebhaber, der seine Z 1013 später dem Museum überließ, hat zum Beispiel die Folientastatur nicht gefallen. Deshalb baute er noch eine zweite, benutzerfreundliche Tastatur und fand seinen PC jetzt so richtig zum "Abheben": Auf die Tastatur hat er einen Aufkleber der Skandinavischen Airline SAS geklebt.