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Deutsches Technikmuseum - Januar

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Die Webseiten der Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin (SDTB) auf einen Blick:

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Die Stiftung umfaßt sechs Standorte:

Objekt des Monats Januar 2013

Foto: Groß wie ein Schuhkarton: ein schwarzer Blechkasten mit Ofenrohr zur Verwendung von offenem Licht. Vor dem Kasten, hinter einem Objektiv, wird eine kreisförmig geschlossene, perforierte Filmschleife mit einer Handkurbel über eine Zahntrommel bewegt.

Feuergefährlicher Kinematograph © SDTB / C. Kirchner

Kinematograph, um 1910

Die "Objekte des Monats" im Jahr 2013 wurden alle im ersten Jahr des Museums 1983 eingeworben. Wir zeigen damit die Bandbreite unserer frühen Sammlungen. Die für den Monat Januar ausgewählten Kinematographen entstammen der Sammlung "Panke", einem Ankauf aus Lottomitteln aus einem privaten Museum in Frankfurt a.M.

Etappen der Projektionskunst

Die Projektionskunst hat schon seit dem Mittelalter viele Menschen in ihren Bann gezogen. In Europa etablierten sich im 18. Jahrhundert die Laterna-magica-Theater, in denen Vorführungen mit viel Raffinesse stattfanden. Mechanisch bewegte Motive und Überblendungen mit einer mehrstöckigen Laterne, untermalt mit Musik, vermittelten die Illusion eines perfekten Naturschauspiels.

Mit dem Aufkommen des professionellen Films zu Anfang des 20. Jahrhunderts verschwand die Laterna magica als optisches Spielzeug ins heimische Kinderzimmer. Hier erlebte das Utensil der Kleinkunst einen neuen Aufschwung.

Gefährliche "Lebende Bilder"

Etablierte Blechspielzeughersteller, vornehmlich aus Nürnberg, produzierten Geräte für einen internationalen Markt. Dazu kamen vielfältige gedruckte Bilderserien auf papierumrahmten Glasstreifen. Ab 1910 konstruierten die Hersteller auch Kombinationsgeräte, die sie als "Kinematographen" bezeichneten. Damit konnten von Kinderhand kurze, meist im Steindruck hergestellte Animationsszenen vorgeführt werden. Diese "Lebenden Bilder" waren auf 35-mm-Kinofilm hergestellt.

Großaufnahme der Filmschlaufe: Vier Einzelbilder zeigen ein gezeichnetes Männchen in geringfügig verschiedenen Körperhaltungen. Die beiden hinteren Bilder stehen auf dem Kopf.

Szenen des Films "Mann verliert seinen Hut." Zoom

Das Filmmaterial jener Zeit bestand aus Nitrozellulose. Es war höchst feuergefährlich und durfte in Kinos nur mit besonderen Sicherheitsvorrichtungen projiziert werden. Die wenigsten Haushalte hatten vor hundert Jahren schon elektrischen Strom. So wurden die meisten Kinderkinos mit Kerzenlicht oder einem Petroleumbrenner betrieben. Bald verbannten zahlreiche Brände diese Art von Kinderspielzeug wieder aus den heimischen Wohnstuben.

Inv.-Nr.: 1/1983/0081 und 1/1983/0083