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Deutsches Technikmuseum - Juli

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Die Webseiten der Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin (SDTB) auf einen Blick:

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Die Stiftung umfaßt sechs Standorte:

Objekt des Monats Juli 2013

Foto: Links die metallicgrüne Punktschriftmaschine mit sechs schwarzen Braille-Tasten, einer Leerzeichentaste und einer Taste für den Zeilenumbruch. Rechts die schwarze Rechenmaschine mit 153 Zifferntasten und einer Metallwalze als Ergebnisanzeige.

Die richtigen Maschinen für Schnellschreiber und Schnellrechner vergangener Epochen: Blinden-Punktschriftmaschine "Picht Record M" (1958) und Rechenmaschine "Hamann Selecta" (1931) © SDTB / C. Kirchner

Blinden-Punktschriftmaschine von 1958 und Rechenmaschine "Hamann Selecta" von 1931

Im September 1983 fuhr einer unserer damaligen Mitarbeiter zum West-Berliner Landesverwaltungsamt, um dort ausgemusterte Schreib- und Rechenmaschinen in Augenschein zu nehmen.
Diese Maschinen mussten jüngeren elektrischen Schreibmaschinen oder den neuesten Personalcomputern weichen.

Von dort brachte er zwei besondere Fundstücke mit:

Foto: Kleiner als eine Reise-Schreibmaschine: die metallicgrüne Punktschriftmaschine mit sechs schwarzen Braille-Tasten, einer Leerzeichentaste und einer Taste für den Zeilenumbruch.

Schneller, als Sehende per Hand schreiben können - die "Picht Record M" (Ausschnitt) / Zur Vollansicht bitte zoomen!

Die Punktschriftmaschine – wichtiges Arbeitsgerät für Blinde

Die Punktschriftmaschine "Picht Record M" hatte ein blinder Angestellter der Landesverwaltung im Gebrauch gehabt. Auf ihr konnten Diktate in Kurzschrift getippt werden. Die sechs nebeneinander angeordneten Tasten sind jeweils einem Punkt der Braille-Schrift zugeordnet. Mit einer anderen Spezialschreibmaschine wurden anschließend die Punktschrift-Streifen in Schrift für Sehende übertragen.

Entwickelt wurde die "Picht Record" bereits Ende des 19. Jahrhunderts von dem Blindenlehrer und späteren Direktor der Steglitzer Blindenschule, Oskar Picht. Mit Hilfe solcher Maschinen war es überhaupt erst möglich, dass Blinde Büroberufe ergreifen konnten.

Foto (Ausschnitt): Die Ziffern 1 bis 9 und eine rote Korrekturtaste, in acht Reihen nebeneinander.

Tastatur der Hamann Selecta (Ausschnitt) / Zur Vollansicht bitte zoomen!

Die Rechenmaschine "Hamann Selecta" – 1931 die "schnellste Rechenmaschine der Welt"

Die Rechenmaschine "Hamann Selecta" war im Landesverwaltungsamt zu Beginn der 1980er Jahre vermutlich schon länger nicht mehr im Gebrauch. Entwickelt wurde sie in den 1930er Jahren von dem Berliner Rechenmaschinenkonstrukteur Christel Hamann.

Die Maschine beherrscht die vier Grundrechenarten und verfügt über zwei Eingabetastaturen, ein Resultatwerk und ein Umdrehungszählwerk.

Auch wenn sie 1931 als die "schnellste Rechenmaschine der Welt" galt, war sie vor 30 Jahren schon längst von Taschenrechnern überholt worden.

Alle "Objekte des Monats" im Jahr 2013 wurden 1983, im ersten Jahr des Deutschen Technikmuseums, eingeworben. So zeigen wir die Bandbreite unserer frühen Sammlungen.