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Deutsches Technikmuseum - April

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Die Webseiten der Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin (SDTB) auf einen Blick:

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Die Stiftung umfaßt sechs Standorte:

Objekt des Monats April 2015

Foto: Das Cryptofon besteht aus verschiedenen Hardwareteilen, die auf einer Grundplatte nebeneinander angeordnet sind:  Steuerprozessor und die ISDN-Hardware auf einer Platine, Chipkartenleser mit Chipkarte, einzeiliges LCD-Display und Zahlentastatur.

Trons Cryptofon, ein ISDN-Telefon mit integrierter Sprachverschlüsselung. Mit einer Weiterentwicklung dieses Prototyps wollte Tron später auch Datenverbindungen verschlüsseln. © SDTB / Foto: C. Kirchner

Cryptofon des Hackers Tron (Prototyp), 1998

"Die Privatsphäre wird zur Zeit immer mehr gestört oder eingeschränkt", meinte der Hacker Tron bereits 1998.

Im selben Jahr, in dem die Bundesregierung mit dem "Großen Lauschangriff" die Überwachung von Wohnungen erlaubte, entwickelte Tron ein Gerät, das Telefonate abhörsicher machte.

Das hier ausgestellte Cryptofon ist ein ISDN-Telefon mit eingebauter Ende- zu Ende-Verschlüsselung. Neben der Telefontechnik enthält das Cryptofon Bauteile zur Ver- und Entschlüsselung von Sprache in Echtzeit.

Der individuelle Schlüssel für die Telefonate ist auf einer Chipkarte gespeichert und kann dadurch ausgetauscht werden. Verschlüsselt wird mit dem mathematischen Verfahren IDEA.

Im Gegensatz zu vielen anderen Chiffriermethoden, die von Unternehmen oder Geheimdiensten unter Verschluss gehalten wurden, war diese Software ein Open Source Projekt und galt auch deshalb als äußerst sicher.

Das Foto des Berliner Hackers Tron ist in einer Collage zusammen mit der roboterartigen  Figur "Tron" aus dem gleichnamigen Spielfilm montiert.

Der Hacker Tron und sein virtueller Namensgeber aus dem Spielfim "Tron". © www.tronland.de

Der Berliner Hacker Tron (1972 - 1998)

Das Cryptofon war Trons Diplomarbeit an der Technischen Fachhochschule Berlin. In der Berliner Hackerszene war Tron aber vor allem wegen des Knackens von Telefonkarten und Systemen zum Bezahlfernsehen bekannt.

Im Oktober 1998 wurde Tron in einem Park in Berlin-Neukölln tot aufgefunden. Die Staatsanwaltschaft ging von einem Suizid aus und hat die Ermittlungen eingestellt. Freunde und Angehörige des Hackers vermuten aber, dass Tron Opfer von kommerziellen und geheimdienstlichen Interessen geworden ist.

Das Cryptofon wird seit September 2015 in der neuen Dauerausstellung "Das Netz. Menschen, Kabel, Datenströme" gezeigt. Es ist eine Dauerleihgabe von Prof. Dr. Clemens Kordecki, Beuth Hochschule für Technik, Berlin.

In unserem netzblog.sdtb.de können Sie einen Blick hinter die Kulissen werfen, Themen und Objekte der Ausstellung kennenlernen und die Einträge des Ausstellungsteams kommentieren und diskutieren.

Die Ausstellung "Das Netz" wird mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und der Lotto Stiftung Berlin realisiert.