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Deutsches Technikmuseum - Juli

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Die Stiftung umfaßt sechs Standorte:

Objekt des Monats Juli 2015

Foto: Die Buchstaben NAG sind in der Mitte des runden Kühlers aus Drahtgeflecht aufgebracht.

Kühler eines NAG-Phaeton, um 1906 © SDTB / Foto: C. Kirchner

NAG-Kühler, um 1906

Kühlerbau ist eine Kunst. Schon vor über einem Jahrhundert gab es Kühlerexperten, die dafür sorgten, dass ein Motor nicht zu heiß wurde und womöglich in einer Dampfwolke verschwand.

Der ausgestellte Autokühler mit seiner Maske stammt aus der Fertigung der "Neuen Automobil-Gesellschaft", kurz NAG genannt.

Sie war eine Tochter des Elektrokonzerns "Allgemeine Elektricitäts-Gesellschaft" (AEG) und wurde 1901 gegründet.

Das Werk verfügte in Berlin-Oberschöneweide über eine der fortschrittlichsten Industrieanlagen Deutschlands.

Foto: Ein weiß lackiertes Auto mit geschwungenen Kotflügeln, großen Scheinwerfern und Schiebedach.

Ein Fahrzeug der Oberklasse: der NAG-Protos Typ 208, Bj. 1930 © SDTB / Foto: V. Kreidler

"Wenn Klasse, dann nur NAG"

Seine Glanzzeit erlebte das Unternehmen vor und nach dem Ersten Weltkrieg. Bis zu 5.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter standen auf den Lohnlisten. Gebaut wurden Armee-Lastzüge, Luxuskarossen mit Achtzylinder-Motoren, Taxameterdroschken und Sportwagen. Das erste Avus-Rennen gewann 1921 ein NAG.

Eine große Rolle spielte der Export. NAG-Wagen galten als leistungsfähig und zuverlässig. Der Werbespruch "Wenn Klasse, dann nur NAG" kündet von diesem Selbstverständnis. Die Einnahmen aus den Auslandsverkäufen waren zeitweise höher als die aus den Inlandsumsätzen.

NAG-Wagen fuhren nicht nur in allen europäischen Ländern,  sondern auch auf den Karawanenstraßen Persiens, auf den Hochplateaus von Mexiko und Südafrika, im Dienste der Kaffeepflanzer Brasiliens und der Zuckerbarone Javas.

Der hier präsentierte Kühler wurde um 1906 hergestellt und gehörte zu einem NAG-Phaeton, der erstmals in der Schweiz zugelassen war. Er ist eine Schenkung von Hansueli Herter (Neftenbach/Schweiz).