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Deutsches Technikmuseum - Oktober

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Die Webseiten der Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin (SDTB) auf einen Blick:

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Die Stiftung umfaßt sechs Standorte:

Objekt des Monats Oktober

Foto: Drei Taxameter, unterschiedlich alt und verschieden in Form und Material, stehen nebeneinander. Zwei haben ein ausklappbares rotes Fähnchen, auf dem in weißer Schrift FREI zu lesen ist. Vorn sind die Anzeigen für Taxe, Fahrpreis und Zuschlag.

Drei Kienzle-Taxameter aus verschiedenen Jahrzehnten © SDTB / Foto: C. Kirchner

Kienzle-Taxameter, 1920-1967

Die Erfindung des Taxameters war von umwälzender Bedeutung für das Taxigewerbe.

Dank dieses feinmechanischen Präzisionsgeräts fanden Ende des 19. Jahrhunderts sowohl die permanenten Streitigkeiten zwischen Fahrgast und Fahrer, als auch die kleinen Tricks der Taxi-Chauffeure gegenüber den Taxi-Unternehmen ein Ende.

Für die korrekte Fahrpreisermittlung wurde bereits 1897 das erste Motor-Taxi der Welt, der Daimler-Motortaxameter, mit einem Taxameter ausgerüstet. Er zeigte, in einem schweren gusseisernen Gehäuse steckend, die gefahrene Strecke, "Taxe" genannt, sowie Fahrpreis und Zuschlag an. Unbestechlichkeit und Pünktlichkeit setzten sich dadurch immer stärker durch.

Deutsche Wertarbeit – international konkurrenzfähig

Dank ausgereifter Fertigung und hoher Präzision blieben die deutschen Taxiuhren trotz internationaler Konkurrenz auf dem Weltmarkt wettbewerbsfähig. Die Taxameter-Industrie war auch in Berlin, vor allem aber im Schwarzwald ansässig.

Schwarzweiß-Zeichnung: Auf der Strichzeichnung ist ein Taxifahrer zu sehen mit typischer Schirmmütze und Berufsbekleidung jener Zeit. Er zeigt mit einem Stock zufrieden auf einen großen Taxameter.

Werbeanzeige der "Kienzle Taxameter und Apparate AG" aus den Jahren 1929 bis 1931 © SDTB / Historisches Archiv

Als Marktführer galt die Villinger "Kienzle Taxameter und Apparate AG", deren Fahrpreisanzeiger unter dem Namen "Argo" zum Einsatz kamen.
Die ausgestellten Objekte sind der erste von Kienzle hergestellte Taxameter Argo T 3 (1920-1925), der Argo T 4 (1926-1935) in Quadratform und der platzsparend einzubauende Argo T 12 (1956-1967).

Vereinte der klobige Taxameter anfangs nur einen Wegmesser und eine Uhr, hat er sich heute zu einem modernen Bordcomputer mit Management-Funktionen entwickelt.

Die letzten mechanischen Fahrpreisanzeiger wurden Mitte der 1980er Jahre aus den Taxis verbannt, als in vielen deutschen Städten neue Staffeltarife eingeführt wurden. Der Schritt von der Mechanik zur Elektronik war letztlich unvermeidbar.