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Deutsches Technikmuseum - November

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Die Stiftung umfaßt sechs Standorte:

Objekt des Monats November 2016

Leibniz-Rechenmaschine, 1695 (Nachbau von 1992)

Am 14. November jährt sich der Todestag von Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716) zum 300. Mal. Leibniz ist vor allem als Philosoph bekannt, doch er war unter anderem auch ein ausgezeichneter Mathematiker.

Foto: Die Maschine ist circa 80 Zentimeter lang und hauptsächlich aus Kupfer gefertigt. Mit zwei seitlichen Handkurbeln und acht Drehgriffen werden die Zahlen und Rechenarten eingestellt und auf die Walzen an der Rückseite übertragen.

Historischer Meilenstein: Leibniz' Vier-Spezies-Rechenmaschine (Nachbau) © SDTB / Foto: C. Kirchner

Neben theoretischen Abhandlungen beschäftigte sich Leibniz mit ganz praktischen Fragen der Mathematik: Er wollte eine Rechenmaschine für die vier Grundrechenarten Addition, Subtraktion, Multiplikation und Division konstruieren. Mit dieser Automatisierung wollte Leibniz sich und seinen Zeitgenossen die "knechtischen Rechenarbeiten" ersparen.

Ölgemälde: Zu sehen ist Gottfried Wilhelm Leibniz mit einer für die Zeit typischen schwarzen Langhaarperücke.

Gottfried Wilhelm Leibniz, porträtiert von Johann Friedrich Wentzel, um 1700 © Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Wikimedia Commons, gemeinfrei.

Eine Maschine, mit der "Zahlen sich selbst rechnen"

Ab 1670 entwickelte Leibniz eine solche Vier-Spezies-Rechenmaschine, mit der "Zahlen sich selbst rechnen" sollten. Demnach wäre keine manuelle Übertragung von Zwischenergebnissen nötig.

1673 stellte er ein hölzernes Modell der Maschine fertig und führte es an der Royal Society in London vor. Dort funktionierte die Maschine nicht - wie den Großteil der Zeit. Das Kernproblem war, dass die Feinmechanik im 17. Jahrhundert noch nicht weit genug ausgereift für den exakten Bau eines solchen Gerätes war.

Doch Leibniz ließ sich davon nicht aufhalten und konstruierte im Laufe seines Lebens mehrere verbesserte Versionen. Ab 1682 entwickelte er dabei ein neues Verfahren zur Zahleneingabe mittels sogenannter Staffelwalzen-Zylinder, auf denen neun unterschiedlich lange Zähne angebracht sind. Mit diesem Prinzip wurden noch im 20. Jahrhundert Rechenmaschinen gebaut.

Auch die hier ausgestellte Maschine basiert auf der Staffelwalze. Sie ist ein Nachbau der einzigen erhaltenen Rechenmaschine von Leibniz, die ab 1695 konstruiert wurde und in der Gottfried Wilhelm Leibniz-Bibliothek Hannover steht.