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Deutsches Technikmuseum - Weddinger Wurzeln

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Die Webseiten der Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin (SDTB) auf einen Blick:

Stiftung

Die Stiftung umfaßt sechs Standorte:

Weddinger Wurzeln

Schwarzweiss-Foto des Zucker-Museums. Um 1910, das Gebäude steht noch frei.

Straßenansicht des Institutsgebäudes in der Amrumer Straße, um 1910. © SDTB/Foto: Historisches Archiv, Bestand Zucker-Museum

Das Institut für Zuckerindustrie

Am 1. September 1850 schlossen sich 115 Zuckerfabriken in Magdeburg zur Gründung des heute noch bestehenden Vereins der Zuckerindustrie zusammen. Im Jahre 1867 errichtete der Verein in Berlin ein erstes Forschungs- und Ausbildungslaboratorium.

Nach zwei Standortwechseln konnte dann 1904 ein eigenes "Institut für Zuckerindustrie" in der Amrumer Straße 32 in Berlin-Wedding eröffnet werden.

Der Gebäudekomplex mit Haupt-, Seiten- und Quergebäude wurde in den Jahren 1901 bis 1903 unter der Leitung des Geheimen Baurats Anton Adams (1856-1915) in historisierenden Bauformen errichtet.

Gruppenfoto des ersten Damenausbildungsjahrgangs von 1901. Hinten stehen die Studentinnen, vorn sitzen die Professoren

I. Damenkurs aus dem Jahre 1901 unter der Leitung von Prof. Herzfeld (1. Reihe, 2. von rechts), noch in der Invalidenstraße 42. © SDTB/Foto: Historisches Archiv, Bestand Zucker-Museum

Der Institutsdirektor Alexander Herzfeld (1854 bis 1928)

Unter seinem damaligen Direktor Alexander Herzfeld baute das Institut schnell seine nationale und internationale Bedeutung aus und wurde zu einer der wichtigsten Forschungsstätten im Bereich der Zuckertechnologie.

Der von Herzfeld schon im Jahre 1901 initiierte "I. Damenkursus zur Ausbildung von Zucker-Chemikerinnen" war eine besondere Pionierleistung: Er bot Frauen die Möglichkeit zur beruflichen Selbstständigkeit. Zwischen 1901 und 1923 wurden in 19 Kursen insgesamt 295 Teilnehmerinnen geschult.

Blick in das großzügig ausgestattete Laboratorium. Drei Doktoren und Professor Herzfeld sitzen diskutierend zwischen den Versuchstischen. Im Wintersemester 1906/07

Blick in das große Laboratorium im Wintersemester 1906/07 © SDTB/Foto: Historisches Archiv, Bestand Zucker-Museum

Das Zucker-Museum

Schon zur Eröffnung des Zuckerinstituts im Jahre 1904 erhielt das Zucker-Museum einen eigenen Raum im Institutsgebäude. Hier wurden bis 2012 wichtige Exponate zur Geschichte des Zuckers präsentiert.

Nach 1945 kam das Institut zusammen mit dem Zucker-Museum in den Besitz des Landes Berlin und wurde 1978 von der Technischen Universität Berlin übernommen.

1988 wurde das Zucker-Museum ein eigenständiges Landesmuseum und feierte 1989 seine Wiedereröffnung mit einer zeitgemäßen Neupräsentation. War es bis dahin nur Fachbesucherinnen und –besuchern zugänglich gewesen, stand es jetzt einem breiten Publikum offen. 1995 wurde das Zucker-Museum dem Deutschen Technikmuseum angegliedert und war seit 2001 somit ebenfalls Teil der Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin.

Ende 2012 wurde das Zucker-Museum am historischen Standort in Berlin-Wedding geschlossen. Seine Traditionslinie wird seit November 2015 in der modernisierten und um viele Themenbereiche erweiterten Dauerausstellung "Alles Zucker! Nahrung – Werkstoff – Energie" des Deutschen Technikmuseums in Berlin-Kreuzberg fortgeführt.

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Landwirtschaftlicher Wissenschaftspark

In unmittelbarer Nachbarschaft zum Museumsstandort im Wedding entstand zwischen 1891 und 1924 ein moderner Wissenschaftspark. Vergleichbare zentrale "Vereinslaboratorien" der Lebensmittelproduktion wie Getreidetechnologie, Braugewerbe und Spiritusfabrikation nahmen ihre Arbeit an der benachbarten Seestraße auf. Das gesamte Areal bildete zugleich die technische Abteilung der Landwirtschaftlichen Hochschule zu Berlin.

© SDTB/Foto: Historisches Archiv, Bestand Zucker-Museum

Der Park der Wissenschaft an der Seestraße, Übersichtszeichnung ca. 1910. Links befindet sich das Zucker-Museum, in fünf weiteren Gebäudekomplexen gibt es unter anderem eine Versuchsbrauerei, Kellerei, Stärkefabrik, Hopfenplantage und eine Mühle.