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Deutsches Technikmuseum - Wüüüste! Erich "Wüste" Hoffmann und der Berliner Radsport

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Die Webseiten der Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin (SDTB) auf einen Blick:

Stiftung

Die Stiftung umfaßt sechs Standorte:

Foto: Erich Hoffmann, bekleidet mit einem Trikot und einem ledernen Sturzschutz, lächelt in die Kamera

"Wüste" Hoffmann bei der Berliner Meisterschaft auf der Werner Seelenbinder-Kampfbahn, 1946.

Foto: In der linken Bildhälfte das Fahrerfeld, in der rechten Hälfte außerhalb der Bahn Wertungsrichter, die den Fahrern Tafeln entgegenhalten.

Im Radstadion an der Avus geht "Wüste" Hoffmann beim Großen Preis von Berlin in die Wertungsrunde, 1946.

Foto: Die zwei Fahrer mit ihren Siegerschals und Blumen, zwischen ihnen steht ein Offizieller im Anzug.

Hoffmann (links) wird Zweiter hinter Heinrich Schwarzer beim Rennen "Rundkurs um den Pfefferberg", 1946.

Foto: Hoffmann sitzt in seinem gestreiften Bademantel an einem Tisch, vor ihm eine Suppenschüssel und Thermoskanne. Ein Herr im Anzug steht ganz nah neben ihm und sagt ihm etwas. Im Hintergrund stehen weitere Menschen.

Selbst beim Eintopfessen bekommt "Wüste" Hoffmann Tipps für den weiteren Rennverlauf, 1946.

Foto: Erich Hoffmann gibt einem Mann die Hand und lächelt dabei.

Auftakt der Radrennsaison 1949 in Ostberlin: "Wüste" wird freudig begrüßt.

Foto: Heinrich Schwarzer ist kurz vor der Zielgeraden, Erich Hoffmann folgt mit circa 4 Metern Abstand. Am Straßenrand stehen dicht gedrängt Zuschauer, die von Polizisten zurückgehalten werden.

Heinrich Schwarzer entscheidet den Zielsprint gegen "Wüste" Hoffmann für sich und siegt bei der Straßenmeisterschaft der Berufsfahrer, 1946.

Wüüüste!

Erich "Wüste" Hoffmann und der Berliner Radsport 1934 bis 1950

Galerie der Fototechnik-Dauerausstellung

26. Juli bis 15. Oktober 2017

Foto: In der Bildmitte befindet sich Erich Hoffmann auf einem Rennrad. Im Hintergrund sitzen Zuschauer in den Stadionreihen im Freien.

Ehrenrunde: "Wüste" Hoffmann, Sieger des Rennens um das "Blaue Band", Werner-Seelenbinder-Kampfbahn in Berlin-Neukölln, 1946.

Der Radsport war in den 1930er und 1940er Jahren ein Massenphänomen, das regelmäßig tausende begeisterte Zuschauerinnen und Zuschauer an die Strecken und in die Arenen lockte.

In Berlin war der Radprofi Erich "Wüste" Hoffmann (1912-1990) ein vielbejubelter Publikumsliebling. Seine Karriere steht exemplarisch für die wachsende Professionalisierung und Popularisierung des Radsports in NS- und Nachkriegszeit.

Einblicke in seine erfolgreiche Laufbahn bieten 40 originale Pressefotografien aus dem im Historischen Archiv verwahrten Nachlass Hoffmanns, die erstmals anlässlich des 200. Jubiläums der Erfindung des Fahrrads präsentiert werden. Ein Großteil der Bilder stammt von Max Schirner (1891-1952), einem Pionier der Sportfotografie.

Die Aufnahmen spiegeln die lebendige Atmosphäre während der Rennen und hinter den Kulissen verschiedener Berliner Radsportereignisse wider. Populäre Austragungsorte rasanter Fahrten waren die Neuköllner Werner Seelenbinder-Kampfbahn, die Deutschlandhalle und das Radstadion an der Avus.
Das schallende "Wüüüste!" aus den Zuschauerreihen kündete davon, dass Erich Hoffmann am Start war.

Vom Amateur zum Profi

Hoffmanns Talent entdeckte und förderte der damals populäre Sechstage-Fahrer Willy Funda (1906-1988), genannt "det kleene Wunda". Nachdem dieser beobachtet hatte, mit welcher Geschwindigkeit Hoffmann seinen täglichen Arbeitsweg mit dem Rad zurücklegte, ermutigte er den überzeugten Sozialdemokraten 1931 zum Eintritt in einen Arbeiter-Radfahrerbund.

Foto: Vier Fahrer stehen hintereinander auf der Bahn und werden von Helfern in ihre Startposition gebracht. Im Hintergrund vollbesetzte Zuschauerränge.

"Wüste" Hoffmann (1.v.l.) am Start beim "Kampf der Matadore" in der Deutschlandhalle, 1938.

1934 entschied sich Hoffmann, seinen Lebensunterhalt als Berufsfahrer zu verdienen. Als Profi nahm er an zahlreichen nationalen und internationalen Flieger-, Steher-, Bahnrad-, Verfolgungs- und Straßenrennen teil.

Erfolge feierte er unter anderem beim Mannschaftsrennen in der Deutschlandhalle (1935), in der "Stunde der Giganten" (1937), beim 60-Kilometer-Mannschaftsrennen in Magdeburg (1944), beim Großen Preis von Berlin (1946) und bei der Berliner Stehermeisterschaft (1950).

In 2.000 Rennen 500 Siege für "Wüste"

Als Berufssportler wurde Hoffmann erst 1943 zum Militärdienst verpflichtet. Nach Ende des Krieges setzte er seine Karriere fort und wurde 1946 Berliner Meister. 1949, bei einem Steherrennen in Erfurt, verletzte er sich schwer. Doch bereits drei Monate später fuhr er beim Rennen um das "Blaue Band" in Neukölln den Sieg ein. Dieser Unverwüstlichkeit und seinem Durchhaltevermögen verdankte er den Spitznamen "Wüste".

Foto: Pausengespräch mit Kollegen: Hoffmann und ein Sportler im gestreiften Bademantel stehen, während ein älterer Betreuer einem dritten Sportler auf der Liege die Wade massiert.

Radsportler unter sich: Manager Marx, Ex-Rennfahrer, der Spanier Fombellida, der Berliner Hoffmann und der Schweizer Heimann (v.l.n.r.), Deutschlandhalle, 1938.

1950 erklärte Hoffmann das Ende seiner Profilaufbahn. Beim "Goldenen Rad" im Mai 1950 stellte er noch einmal acht neue Bahnrekorde auf und durchbrach als erster die 70-Stundenkilometer-Grenze. Der heute fast vergessene Radsportler errang rund 500 Siege in über 2.000 Rennen.

Gemeinschaftsprojekt der Volontäre

Die Ausstellung ist ein Gemeinschaftsprojekt der Volontärinnen und Volontäre im Deutschen Technikmuseum, Florian Müller, Maike Priesterjahn, Sandra Stahl, Matthias Stier und Stephanie Thom.

Headerbild: "Wüste" Hoffmann führt vor Heinrich Schwarzer beim Straßenrennen "Rund um Berlin", 1946.

© für alle Fotos (alle schwarzweiß):
SDTB / Historisches Archiv, Fotoabzug Sportbild-Verlag Max Schirner, Berlin

Film: Das Kuratoren-Team erzählt, wie die Ausstellung entstand

Filmlänge: 3:39 Min. © SDTB / SMIDAK Filmproduktion


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