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Deutsches Technikmuseum - Das Internet als Ort

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Webseitenübersicht

Die Webseiten der Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin (SDTB) auf einen Blick:

Stiftung

Die Stiftung umfaßt sechs Standorte:

Foto: Auf einem Holzmöbel steht ein Router säuberlich aufgereiht neben einer dekorativen Kanne und einer Topfpflanze.

Internet ist, was aus dem Router kommt: So sehen die Router-Ecken 2012 in sechs verschiedenen Kairoer Wohnungen aus:

Foto: Das Bild zeigt die ehemalige Wohnung von Heinrich Holtgreve in Kairo. Der Router steht hier auf dem gefliesten Boden zwischen zwei Topfpflanzen - einem Kaktus und einem kleinem Bäumchen ohne Blätter.

Stilleben mit Kaktus, Router und Bäumchen.

Foto: Neben einem kleinen Tischchen mit einem Router darauf steht ein Stuhl. Darauf liegt ein Schnurtelefon, das teilweise von Textilien verdeckt wird.

Dauerhaftes Provisorium ...

Foto: Ein schwarzer Router steht auf einem kleinen Abstelltischchen neben einer Couch.

Der Router auf dem Beistelltisch ...

Foto: Auf einem hellen Parkettboden ist ein großer Kabelsalat zu sehen: Mehrfachsteckleiste, Modem und Router. Weitere Kabel führen zu einem kleinen Nierentischchen, auf dem zwei Telefone stehen.

Dauerhaftes Provisorium II ...

Foto: Suchbild: Zwischen einem orientalisch verschnörkelten Ventilator, einem mit einem Tuch bedeckten Hocker und dünnen Boden-Sitzmatten lugt eine locker in der Wand hängende, vergoldete Steckdose heraus. Der Router muss sich irgendwo dazwischen befinden.

Suchbild - Der Router muss sich hier irgendwo befinden.

Das Internet als Ort

Fotografien von Heinrich Holtgreve

25. Oktober 2017 bis 18. Februar 2018

Galerie der Fototechnik-Dauerausstellung

Mehr als 3,7 Milliarden Menschen haben weltweit Zugang zum Internet. Die Hälfte der Menschheit surft, chattet oder streamt. Doch was ist das Internet eigentlich? Kann man es besuchen und ist es dort schön?

Foto: Zu sehen sind die niedrigen, rechteckig geschnittenen und in Reihen gepflanzten Buchsbäume des Rechenzentrums E-Shelter in Frankfurt am Main. Sie greifen den Aufbau des im Gebäude liegenden Serverraums auf.

Foto: Einblick in das Rechenzentrum der British Telecom in Frankfurt am Main: Von einem langen, hellen und geraden Gang aus führen links und rechts Türen zu sich genau gegenüberliegenden Räumen.

Die Architektur des Internets: Der Vorgarten des Rechenzentrums E-Shelter (oben) und das Rechenzentrum der British Telecom (unten), beide in Frankfurt am Main, harmonieren perfekt. (2014)

Der Hamburger Fotograf Heinrich Holtgreve hat sich auf die Suche nach einem Ort namens Internet gemacht. Entstanden sind dabei Bilder mit einer ganz eigenen, nüchternen Ästhetik. Sie zeigen LAN-Steckdosen in Kairoer Wohnungen, Räume voller Kabel in Ostfriesland oder die menschleere Architektur Frankfurter Rechenzentren.

Auf der Suche nach dem Internet …

Vom 25. Oktober 2017 bis zum 18. Februar 2018 präsentiert das Deutsche Technikmuseum in der Galerie Fototechnik 26 Fotografien von Heinrich Holtgreve.

Gezeigt werden Farb- und Schwarz-Weiß-Aufnahmen aus der Serie "Das Internet als Ort". Die unter maßgeblicher Beteiligung des Fotografen neu zusammengestellte Ausstellung verbindet unterschiedlichste Bildgrößen, von der kleinformatigen Zimmeransicht bis zur raumfüllenden Landschafts-Tapete.

Holtgreve nähert sich in seinen Arbeiten der Sichtbarkeit des Internets vorsichtig und auf vielfältige Weise an. Das ist eine echte Herausforderung, denn das Netz ist in der Vorstellung vieler Menschen nicht wirklich greifbar – obwohl es doch allgegenwärtig ist.

Begriffe wie "Cloud" unterstützen das Bild des Internets als abstraktes Etwas ohne Materialität. Es gibt jedoch sehr konkrete und sichtbare Hinweise auf die Existenz des Internets, wie Holtgreves Fotografien dokumentieren.

… von Kairo …

In Ägypten begann Holtgreve seine Suche. Das Land bildet einen sogenannten "Choke point" –  eine Internet-Engstelle.

Foto: Ein mehrstöckiges Wohnhaus in Kairo, an dem viele Kabel, Antennen und Satellitenschüsseln befestigt sind.

Ein Wohnhaus in Downtown Kairo: Kabel, Antennen und Satellitenschüsseln lassen erkennen, dass die Bewohnerinnen und Bewohner mit dem Internet verbunden sind. (2012)

Dort bündeln sich zahlreiche Seekabel, die zwischen Europa und Asien zusammenlaufen, unter anderem die vier Glasfaser-Seekabel FLAG Europe-Asia, SEA-ME-WE 3, SEA-ME-WE 4 und IMEWE, die zirka 90 Prozent aller Daten zwischen den beiden Kontinenten transportieren.

Auch wenn diese Verbindungen von Land aus nicht zu sehen sind, fand Holtgreve zahlreiche Zeichen, die auf das Internet verweisen: Unter einem unscheinbaren Gullideckel an der Uferpromenade von Alexandria liegt beispielsweise das SEA-ME-WE 3, das die Städte Norden in Ostfriesland und Busan in Südkorea verbindet.

… über Frankfurt …

Auch in Deutschland hat Holtgreve viele Internet-Orte dokumentiert: Der größte Netzknotenpunkt der Welt namens DE-CIX befindet sich in Frankfurt am Main. Über das Stadtgebiet verteilt sind sogenannte "Core switches", verbindende Geräte in Computer-Netzwerken, die das Rückgrat des Internets bilden. Hier werden so viele Daten übertragen wie an keinem anderen Ort der Welt.

Ebenfalls in Frankfurt, auf dem Außengelände des Rechenzentrums E-Shelter, ist der Hinweis auf das Internet in der Gartenarchitektur verborgen: Rechteckig beschnittene Buchsbäume greifen den Aufbau der im Gebäude liegenden Serverräume auf.

Foto: Im weiß gefliesten Kellerraum des Competence Center Submarine Cables der Deutschen Telekom in Ostfriesland kommen zahlreiche Kabel aus der unteren rechten Ecke ins Bild und werden auf Stahlträgern nach oben links weitergeführt.

Einblick in den Kellerraum des Competence Center Submarine Cables (CCSC) der Deutschen Telekom in Ostfriesland. (2014)

… nach Ostfriesland

Nicht nur in Großstädten, sondern auch in entlegenen Orten begegnete Holtgreve dem Internet. Im Competence Center Submarine Cables (CCSC) der Deutschen Telekom in der ostfriesischen Kleinstadt Norden fotografierte er ein vom Meeresgrund geborgenes, kaputtes Stück Seekabel. Solche Schäden an Seekabeln kommen immer wieder vor und haben weitreichende Folgen. Das verdeutlicht, wie physisch angreifbar das Internet nach wie vor ist.

Vita

Heinrich Holtgreve wurde 1987 in Bochum geboren und schloss 2013 in Bielefeld seine Ausbildung zum Diplom Designer ab. Um diese Zeit begann auch seine Suche nach dem Internet. Den dabei entstandenen Bildern widmete das ZEIT-Magazin eine eigene Ausgabe und machte den jungen Fotografen bekannt.
Seit 2016 gehört Holtgreve der renommierten Fotografen-Agentur Ostkreuz in Berlin an. Er lebt und arbeitet als freier Fotograf in Hamburg.

Headerfoto: Einblick in das Innenleben des Rechentrums E-Shelter in Frankfurt am Main. Unter der abgenommenen Abdeckung verlaufen Strom- und Datenkabel.

© Alle Fotos: Heinrich Holtgreve / OSTKREUZ