| |

Deutsches Technikmuseum - Juni

Navigationsmenüs


Webseitenübersicht

Die Webseiten der Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin (SDTB) auf einen Blick:

Stiftung

Die Stiftung umfaßt sechs Standorte:

Objekt des Monats Juni 2011

Foto: Zehn Metallgewichte stehen in einer Anordnung, die ihre sehr unterschiedlichen Größen gut zur Geltung bringt. Sie ähneln Enten, die auf einem Standfuß sitzen. Einige haben einen Griff am Rücken und erinnern hiermit auch an Drachen.

Opiumgewichte in Form des mythologischen Vogels Hintha © C. Kirchner/SDTB

Opiumgewichte aus dem 19. Jahrhundert

Westliche Reisende und Händler haben den romantischen Begriff "Opiumgewicht" geprägt. Tatsächlich wurden diese bronzenen Gewichte in Tierform zum Abwiegen aller Arten von Waren in asiatischen Ländern benutzt. In entlegenen Regionen sind sie heute noch im Einsatz. Meist stammen sie aus Burma, dem heutigen Myanmar, waren aber auch in Thailand, Laos und Kambodscha verbreitet. Es ist nicht genau bekannt, seit wann solche Gewichte verwendet wurden. Schriftliche Quellen gehen bis ins 13. Jahrhundert zurück.

Opiumgewichte gibt es in verschiedenen Größen. In der Regel bestand ein Satz aus bis zu zehn Gewichten. Das größte wog ein Viss – eine alte indische Einheit, die in etwa 1.600 Gramm entspricht. Ein Viss hatte 100 Tical. Weiterhin gehören zu einem Satz noch Gewichte von 50, 20, 10, 5, 2 und 1 Tical, außerdem 1/2, 1/4 und 1/8 Tical. Im 19. Jahrhundert kamen dann auch noch größere Gewichte wie 10, 5 und 2 1/2 Viss hinzu.

Vögel, Elefanten und Fabeltiere auf dem Sockel

Die Gewichte bestehen aus zwei Teilen: einem Sockel von achteckiger oder runder Grundfläche, dessen Seitenwände nach oben hin zusammenlaufen, und einem Tier, das auf diesem Sockel steht. Bei den burmesischen Gewichten sind zwei Vögel besonders verbreitet: Der Hintha, ein mythologischer Vogel in der Form einer Ente, sowie der Karaweik, ein Kranich. Der am häufigsten anzutreffende Vierfüßler ist der Toe, ein Fabeltier mit Löwenkopf, häufig auch mit Hörnern, mit Hufen und dem Schweif eines Pferdes. Andere Tiere, wie Schildkröten oder Pferde, sind seltener. In Siam und Laos waren Gewichte in Form von Elefanten verbreitet.

Häufig tragen die Gewichte auf ihrer Basis ein Prüfsiegel der Regierung. Nach der britischen Machtübernahme in Burma endete um 1885 die Herstellung solcher Gewichte. Sie wurden durch einfache zylindrische Gewichte aus Gusseisen ersetzt.

Seit 1992 befinden sich die Gewichte im Technikmuseum.