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Deutsches Technikmuseum - "Umgeparkt" - Autos aus dem Depot

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Webseitenübersicht

Die Webseiten der Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin (SDTB) auf einen Blick:

Stiftung

Die Stiftung umfaßt sechs Standorte:

Foto: Ein kleines weisses Cabrio wird von zwei Männern vorsichtig aus dem Lastwagen auf eine Rampe geschoben.

Ein Fiat Weinsberg von 1939, gebaut auf Basis des Fiat 500 von dem Heilbronner Karosseriebauer.

Foto: Der Kleinwagen wird mit einem Hubwagen vom LKW in die Halle gebracht.

Die 1968 entstandene Fahrzeugstudie Ford Berliner – damals als Stadtwagen für das Jahr 2000 konzipiert, mit Elektromotor und Platz für zwei Personen.

Foto: Die Schutzhaube gibt den Blick frei auf die spitz zulaufende Nase mit dem Vorderrad.

Das Dreirad Tempo "Hanseat" - Spitzname Dreikantfeile - war ein beliebtes Lieferfahrzeug in den 1950er Jahren.

Foto: Seitenansicht: Oldtimer mit stromlinienförmig geschwungenem Kotflügel, der über die kurze Motorhaube hinausragt.

Eine DKW "Schwebeklasse" von 1935: Die Sperrholzkarosserie ist mit Kunstleder überzogen.

Foto: Die Abdeckhaube ist halb entfernt, zu sehen sind die lang gezogene Motorhaube und die chromüberzogene Stoßstange.

Opel Commodore, Bj. 1969: Sein Design orientierte sich an US-amerikanischen Sportwagen.

Foto: Frontansicht auf die langgezogene, elegant geschwungene Motorhaube mit den markanten Doppelscheinwerfern.

Citroën DS 19, Bj. 1960: Liebhaber buchstabierten DS als "La Déesse" (frz., die Göttin)

Umgeparkt – Autos aus dem Depot

6. Dezember 2017 bis 31. Juli 2018

Sonderausstellungsbereich Ladestraße (Zugang über Möckernstraße 26)

Eine einmalige Gelegenheit nicht nur für Liebhaber historischer Autos, weitere Meilensteine der Automobilgeschichte bei uns zu entdecken: Wegen Umbauarbeiten in den Depots werden 29 Fahrzeuge aus der Sammlung, die mehr als 200 Pkw und Lkw umfasst, bis Ende Juli 2018 in das Museum "umgeparkt".

Foto: Blick in die Ausstellung: Die Fahrzeuge stehen nebeneinander in ihren markierten Parkbuchten.

Die 1950er Jahre hübsch aufgereiht: Der Dreiradtransporter Tempo Hanseat (Bj. 1953), der BMW-Zwilling aus Eisenach EMW 340 (Bj. 1952), ein Opel Olympia (Bj. 1953) aus Rüsselsheim und ein rotes AWZ P70 Coupé (Bj. 1955) aus dem VEB Automobilwerk Zwickau.

Fahrzeuge von 1923 bis 1987

Die Bandbreite der Fahrzeuge reicht vom Brennabor Typ S 6 von 1923, einem der ersten in Deutschland am Fließband produzierten Wagen, über die experimentelle Elektroauto-Studie Ford Berliner aus dem Jahr 1968 bis hin zu einem japanischen Alltagsauto wie einem Toyota Crown-Taxi von 1987.

Wichtige weitere Objekte sind ein 1928 in Berlin produzierter Chrysler Typ 52, ein stromlinienförmiger Adler Autobahn von 1939 und ein Tempo-Dreirad aus der Wirtschaftswunder-Zeit.

Mehr als Auto-Geschichte(n)

Die ausgewählten Automobile stehen nicht nur für technische Meilensteine. Manche geben auch sozialgeschichtliche Einblicke, wie beispielsweise drei DKW-Autos aus den 1930er Jahren: Mit einer kunstlederüberzogenen Sperrholzkarosserie und angetrieben von einem Zweitaktmotor mit nur 20 PS zeigen sie die damals einfachste Form der Automobilität.

Mit dem Citroen DS hingegen ist ein Auto zu sehen, dessen skulpturale Linien 1955 von dem Bildhauer und Designer Flaminio Bertoni gezeichnet wurden. Der DS sorgte seinerzeit als elegantes Kult-Auto vor allem bei Intellektuellen für höchste Begeisterung.

Foto: Die Planen der zwei Oldtimer sind bis zum Dach hochgeschoben, so dass die Vorderansicht und die  Karosserie zu sehen sind.

Geschützt durch eine individuell angefertigte Textilhaube: Ein Wanderer "W24" von 1937 (links) und ein Chrysler "Typ 52" (Bj. 1928) in einer Version als Taxi.

Einen Aspekt der Wirtschaftsgeschichte verdeutlicht der Ford B von 1932: Seine für damalige Verhältnisse revolutionäre Ganzstahlkarosserie erforderte viel Know-how und hohe Investitionen in Maschinen und Werkzeuge.
Dies wiederum führte dazu, dass sich bestimmte Firmen auf die Herstellung von Automobil-Karosserien spezialisierten. So belieferte das amerikanisch-deutsche Gemeinschaftsunternehmen Ambi-Budd von Berlin aus auch große Auto-Fabrikanten wie den deutschen Ford-Ableger.

Die Weltpolitik spiegelt sich ebenfalls in manchen der gezeigten Fahrzeuge wider, etwa beim EMW 340 – der ostdeutschen Weiterentwicklung eines BMW-Vorkriegswagens. Die Produktionsanlagen von BMW waren 1945 im thüringischen Eisenach verblieben; in der schwierigen Gemengelage des Kalten Krieges war es dem Münchner Unternehmen erst 1952 möglich, seine Urheberrechte durchzusetzen.

Restaurieren und Erforschen

Die Präsentation gibt zudem einen Einblick in die Museumsarbeit hinter den Kulissen. Die Automobile werden nicht einfach nur in den Depots "abgestellt".

Foto: Dieser Oldtimer glänzt nicht, sondern zeigt noch viele Gebrauchsspuren und Rostschäden.

Ein "Adler Favorit" von 1931: Originallackierung und Nutzungspuren wurden bewusst belassen. Die Fenster wurden gegen Mottenbefall versiegelt.

Sie werden vielmehr geschützt – zum Beispiel gegen Insektenbefall der Innenräume – und erforscht. Auch verschiedene Ansätze der Restaurierung werden deutlich: Manche Fahrzeuge sehen wieder aus wie neu, andere haben noch ihre historischen Lacke oder werden bewusst mit Spuren von Nutzung und Vernachlässigung gezeigt.

Ein wichtiger Aspekt in der musealen Aufarbeitung der Autosammlung wird künftig auch die Provenienzforschung sein, die sich der Klärung der Herkunft und Besitzgeschichte der Objekte widmet. Vor allem in der Anfangszeit des Museums, in den 1980er Jahren, kamen viele Fahrzeuge durch Schenkung oder Ankauf in die Sammlung, bei denen die Vorbesitzer nicht immer vollständige Angaben zu Herkunft und Geschichte machen konnten.

Headerfoto: Blick ins Depot des Museums mit dem blauen Citröen DS 19 links im Vordergrund, rechts sieht man mehrere Oldtimer in Reihe stehen. © SDTB / Foto: Klaus Huber-Abendroth

© für alle anderen Fotos: SDTB / C. Kirchner