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Deutsches Technikmuseum - PM: Wüüüste! Erich „Wüste“ Hoffmann und der Berliner Radsport

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Wüüüste! Erich „Wüste“ Hoffmann und der Berliner Radsport

Fotoausstellung im Deutschen Technikmuseum in Berlin anlässlich 200 Jahre Fahrrad

26. Juli bis 15. Oktober 2017

Anlässlich des 200. Jubiläums der Erfindung des Fahrrads präsentiert das Deutsche Technikmuseum in Berlin aus dem Bestand seines Historischen Archivs vom 26. Juli bis 15. Oktober erstmals 40 Schwarzweiß-Fotografien der Sportlerkarriere Erich Hoffmanns. Der Radsport war in den 1930er und 1940er Jahren ein Massenphänomen, das national und international regelmäßig tausende begeisterte Zuschauerinnen und Zuschauer an die Strecken und in die Arenen lockte. Der Berliner Radprofi Erich „Wüste“ Hoffmann (1912-1990) war dabei einer der Publikumslieblinge. Das schallende „Wüüüste!“ aus den Zuschauerreihen kündete davon, dass Hoffmann am Start war.

Einblicke in seine erfolgreiche Laufbahn bieten 40 originale Pressefotografien aus dem im Historischen Archiv des Museums verwahrten Nachlass des Radprofis. In der Ausstellung „Wüüüste! Erich ‚Wüste‘ Hoffmann und der Berliner Radsport 1934-1950“ werden sie nun erstmalig präsentiert. Die Aufnahmen spiegeln die lebendige Atmosphäre während der Rennen und hinter den Kulissen verschiedener Berliner Radsportereignisse wider. Die Karriere von „Wüste“ Hoffmann steht exemplarisch für die wachsende Professionalisierung und Popularisierung des Radsports in der NS- und Nachkriegszeit.

Radsport als gesellschaftliches Ereignis

Die Bilder zeigen verschiedene Radrennorte in Berlin: darunter die Neuköllner Werner Seelenbinder-Kampfbahn, die Deutschlandhalle und das Radstadion an der Avus. An der Vielzahl der Rennen, den gefüllten Arenen und gesäumten Straßen wird die Popularität des Radrennsports in Berlin besonders deutlich. Teilweise kamen bis zu 30.000 Zuschauer zu den Rennstätten.

Während der Sport selbst sich professionalisierte, tat dies zeitgleich auch die Sportfotografie. Ein Großteil der ausgewählten Fotos stammt von einem Pionier dieses Genres: Max Schirner (1891-1952). Er gründete 1924 die Agentur Schirner Pressebild Berlin, die seit 1930 unter dem Namen „Sportbild Schirner“ firmierte. Sie entwickelte sich über die Jahre zu einer der wichtigsten Agenturen ihrer Branche. Von Berlin aus belieferte sie die ganze Welt mit Bildern.

Beim Radeln zur Arbeit als Radrenn-Talent entdeckt

Im Jahr 1912 im brandenburgischen Mittenwalde geboren, wuchs Erich Hoffmann in Miersdorf auf. Verheiratet mit Gerda Kuschkow, der Tochter des Radrennfahrers Oskar Kuschkow, verlegte er seinen Lebensmittelpunkt nach Berlin-Neukölln, wo er im Jahr 1990 im Alter von 77 Jahren starb.

Der in den 1930er Jahren populäre Sechstage-Fahrer Willy Funda (1906-1988), genannt „det kleene Wunda“, förderte Hoffmanns Talent schon früh. Nachdem er beobachtet hatte, mit welcher Geschwindigkeit Hoffmann seinen täglichen Arbeitsweg mit dem Rad zurücklegte, ermutigte er ihn 1931 zum Eintritt in einen Arbeiter-Radfahrerbund. Nachdem Hoffmann bereits sein erstes Rennen über 60 Kilometer mit drei Minuten Vorsprung gewonnen hatte, erzielte er auch in den nächsten Jahren weitere Erfolge, beispielsweise beim Rennen Berlin-Schwedt-Berlin (1933) oder dem Münchener Sechstagerennen (1933). Im Jahr 1934 entschied er sich schließlich, seinen Lebensunterhalt als Berufsfahrer zu verdienen. Als Profi nahm Hoffmann an nationalen und internationalen Flieger-, Steher-, Bahnrad-, Verfolgungs- und Straßenrennen teil. Er feierte Erfolge unter anderem beim Mannschaftsrennen in der Deutschlandhalle (1935), in der „Stunde der  Giganten“ (1937), bei der Stehermeisterschaft in Nürnberg (1943), beim 60-Kilometer-Mannschaftsrennen in Magdeburg (1944), beim „Blauen Band“ (1946), beim Großen Preis von Berlin (1946) und bei der Berliner Stehermeisterschaft (1950). Von seiner internationalen Konkurrenzfähigkeit zeugen beispielsweise ein achter Platz bei der Weltmeisterschaft der Amateure in Zürich (1929) und ein 26. Platz bei der Tour de Suisse (1937).

Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde Hoffmann als Berufssportler zunächst nicht eingezogen; 1943 wurde das ehemalige SPD-Mitglied dann schließlich doch zum Militärdienst verpflichtet. Nach dem Krieg setzte er seine Karriere fort und wurde 1946 Berliner Meister. Bei einem Steherrennen in Erfurt 1949 verletzte er sich schwer. Doch bereits drei Monate später fuhr er beim Rennen um das „Blaue Band“ auf der Werner-Seelenbinder-Kampfbahn in Neukölln den Sieg ein. Diese Unverwüstlichkeit und sein Durchhaltevermögen brachten ihm den Spitznamen „Wüste“ ein.

Im Jahr 1950 erklärte Erich „Wüste“ Hoffmann das Ende seiner Profilaufbahn. Beim „Goldenen Rad“ im Mai 1950 stellte er noch einmal acht neue Bahnrekorde auf und überschritt als erster die 70- Stundenkilometer-Grenze. Insgesamt konnte er am Ende seiner Karriere auf 500 Siege in 2.000 Rennen zurückblicken. Hoffman blieb dem Radsport weiter erhalten, zunächst als Fahrradhändler und später als Fabrikant von Leichtmetallfelgen.

Sonderseiten zur Ausstellung "Wüüüste! Erich „Wüste“ Hoffmann und der Berliner Radsport".

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    Pressefotos und Bildunterschriften: Wüüüste! Erich "Wüste" Hoffmann ...

  • "Wüste" Hoffmann führt vor Heinrich Schwarzer beim Straßenrennen Rund um Berlin.
1946

    Rennen auf Kopfsteinpflaster

  • Eine unterschriebene Autogrammkarte von "Wüste" Hoffmann war unter Radsportbegeisterten ein beliebtes Sammlerstück.

    Begehrtes Erinnerungsstück

  • Beim Rennen Rund um Berlin stärkt sich "Wüste" Hoffmann an der Verpflegungsstation Lankwitz mit einem Eintopf.

    Hungrig im Bademantel

  • Der Sieger des Rennens um das Blaue Band, "Wüste" Hoffmann, bei seiner Ehrenrunde auf der Werner-Seelenbinder-Kampfbahn in Berlin-Neukölln.
1946

    Ehrenrunde auf zwei Rädern

  • Das Siegerteam "Wüste" Hoffmann/Bernhard Matysiak beim Wechsel während des Großen Preis von Berlin.
1946

    Großer Preis von Berlin

  • Selbst beim Eintopfessen bekommt "Wüste" Hoffmann Tipps für den weiteren Rennverlauf.
1946

    Der Radler und seine Berater

  • Beim Mannschaftsfahren auf der Werner-Seelenbinder-Kampfbahn beobachten 20.000 Zuschauer die Ablösung "Wüste" Hoffmanns durch Fritz Jährling.
1946

    Sausen im Doppelpack

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