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Deutsches Technikmuseum - "Maschinenmenschen" am Satzcomputer

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Die Stiftung umfaßt sechs Standorte:

"Maschinenmenschen" am Satzcomputer. Die technologische Transformation der Druckindustrie und die Selbstwahrnehmung der Beschäftigten

PD Dr. Karsten Uhl, Helmut-Schmidt-Universität Hamburg

Erst seit den 1950er Jahren setzte im Druckgewerbe der Übergang zu durchgehend industrialisierten Produktionsformen ein; der entscheidende Bruch fand dann durch den Einsatz von Computertechnologien in den 1970er und 1980er Jahren statt, bis hin zur Durchsetzung des 1985 eingeführten Desktop-Publishing.
In diesem Vortrag geht es um die Auswirkungen der Computerisierung in der Druckindustrie um 1980. Im Zentrum steht das Selbstbild der Beschäftigten im Transformationsprozess. Zeitgenössische sozialwissenschaftliche Interviews mit - durchgehend männlichen - Schriftsetzern zeigen, welch große Rolle die Technik und das eigene Expertentum im Umgang mit der Technik für das Selbstbild dieser Berufsgruppe spielt. In einem der Interviews ist sogar explizit die Rede vom Selbstverständnis der Setzer als "Maschinenmenschen".

Im Vortrag soll es nicht allein um die Geschichte dieser Metapher gehen, sondern auch um ihren Bedeutungswandel. Darüber hinaus sollen aber vor allem die mit einem wandelnden Verständnis von der eigenen Körperlichkeit im mechanisierten und computerisierten Arbeitsalltag entstehenden neuen Subjektivitäten und politischen Praktiken in den Fokus gerückt werden: Inwiefern konnte das tradierte Selbstbild der Setzer als Angehörige einer "Arbeiteraristokratie" im Computerisierungsprozess erhalten werden? Welche Rolle kam der körperlichen Beherrschung der Technologie und dem verkörperten Erfahrungswissen zu?

Datum Zeit Ort
Do., 5. Oktober 2017 17.30 Uhr Vortragssaal, 4. OG

Vortrag des Arbeitskreises Technikgeschichte

im Verein Deutscher Ingenieure (VDI) - Berlin-Brandenburg (Dr.-Ing. Karl-Eugen Kurrer und Dr. phil. Stefan Poser)