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Deutsches Technikmuseum - Edle Papiere aus Gmund

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Webseitenübersicht

Die Webseiten der Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin (SDTB) auf einen Blick:

Stiftung

Die Stiftung umfaßt sechs Standorte:

SW-Foto: Wie ein großer, endloser Teppich läuft eine noch nasse Papierbahn über ein auf Rollen gelagertes Sieb, das sich wie ein Förderband im Kreis bewegt. Durch das Sieb läuft Wasser zur Wiederverwendung in Auffangkästen

Entstehen der Papierbahn auf dem Langsieb. Abfließendes Wasser wird zur Stoffverdünnung wiederverwendet.

Foto: Aus einer scheinbaren Perspektive von etwas unterhalb liegt die weiße Yacht oben hell im Sonnenlicht, unter Wasser schwimmt ein Taucher mit phosphorgelb leuchtender Ausrüstung.

Unterschiedliche Papiersorten im Rollenlager des Werkes.

SW-Foto: Zwei Hände bedienen auf einer Tischunterlage eine mechanische Messuhr mit analogem Zifferblatt und Zeiger, die zwischen zwei Fühlern ein Blatt Papier eingespannt hat

Messgerät zum Prüfen der Papierstärke im werkeigenen Prüflabor.

schwarzweißfoto: Detailaufnahme der Papiermaschine mit Blick auf Leitungen, Walzen, Räderwerke und laufende Papierbahnen.

Maschinendetails im Bereich der Leimpresse (Oberflächenbeschichtung) der laufenden alten Maschine.

Edle Papiere aus Gmund - Eine Papierfabrik stellt sich vor

Sonderausstellung in der Galerie der Dauerausstellung "Fototechnik"

5. Juli bis 30. Oktober 2011

Scharzweißfoto: Papierschöpfen in einem großen mit Pulpe gefüllten Holzbottich

Zu Demonstrationszwecken wird in Gmund auch Büttenpapier von Hand geschöpft.

Die bayerische Büttenpapierfabrik Gmund am Tegernsee und ihre Arbeitsweise sind Thema des Bilderzyklus´ von Karl-Heinz Rothenberger. Einer Führung durch die Fabrik gleich, veranschaulichen über 60 kommentierte Fotos den Produktionsprozess für den Laien.

Die Fabrik – Papierkultur seit 1829

Handwerkliches Können, saubere Produktionsprozesse sowie Traditionsbewusstsein und innovative Zukunftsplanung bestimmen die Unternehmensphilosophie der Büttenpapierfabrik Gmund, die 1829 gegründet wurde. Seit 1904 in Familienbesitz, produziert das Unternehmen heute mit rund 100 Mitarbeitern über 100 000 verschiedene Feinstpapiere - mit Schwerpunkt im Schreibwaren- und Bürobedarf.

Zwei Langsiebmaschinen, die "Alte" aus dem Jahr 1883 und die "Neue", aufgebaut 1980, modernisiert 2007, decken die große Palette von Papiersorten und –qualitäten ab. Während man mit der "Alten" noch Papiere mit fast handgeschöpftem Charakter herstellen kann, ist die "Neue" eine der flexibelsten Feinstpapiermaschinen weltweit. Gewicht, Farbe und Feuchtigkeit der Papierbahnen lassen sich mit modernster Steuerungstechnologie kontrollieren und beeinflussen. Eine sehr umfangreiche Sammlung von Prägekalandern bildet die handwerkliche Basis für die einzigartige Oberflächenvielfalt der Gmunder Papiere.

Die "Gmund Umwelt Charta"

Mit der "Gmund Umwelt Charta" hat die Fabrik einen neuartigen Umweltstandard festgelegt und deutlich Stellung genommen zu den vier Säulen des Umweltschutzes in der Papierindustrie: Wasser, Rohstoff, Abfall und Energie.
Das verfärbte Produktionswasser wird mit Hilfe von Ozon ohne Zusatz von Chemikalien gereinigt und kann mehrmals wiederverwendet werden. Für die Produktion werden ausschließlich umweltfreundliche, nachhaltige, FSC-zertifizierte Rohstoffe eingesetzt. Das in über 80 Ländern vertretene FSC-Label des "Forest Stewardship Council" ist ein eindeutiger Indikator dafür, dass die Rohstoffe aus verantwortungsvoller Waldwirtschaft stammen.
Durch ein strenges internes Abfallminimierungsprogramm konnte die Abfallmenge innerhalb der letzten 10 Jahre um 82% gesenkt werden. Mit eigenen Wasserturbinen, Kraft-Wärme-Kopplung und Solarkollektoren wird aus regenerativen Energiequellen 75% des Stroms selbst erzeugt.

SW-Foto: Blick auf eine diverse Walzen durchlaufende Papierbahn vor einem dunklen Hintergrund.

Die "neue" Papiermaschine: Übergang von der Leimpresse zur Nachtrocknung.

Trotz des stetigen Bemühens, den Ausstoß von Treibhausgasen zu vermindern, kann man Papier auch mit modernster Technik nicht ohne die Entstehung von CO2 produzieren. Um für die Papierkollektion "Gmund Act Green" "Klimaneutralität" zu erreichen, unterstützt die Fabrik kontrollierte Klimaschutzprojekte in Mittelamerika, so zum Beispiel eines in Guatemala. Die entstehende Emissionsmenge wird wieder eingespart, indem dort Elektrizität statt aus fossilen Brennstoffen aus Wasserkraft gewonnen wird.

Der Fotograf

Der Fotograf Karl-Heinz Rothenberger, Chefarzt im Ruhestand, ist ein passionierter Anhänger der analogen Schwarzweiß-Fotografie. Puristisch und analog ist seine Ausrüstung, geschult und erfahren sein Blick. Die Stärke seiner fotografischen Arbeiten liegt in der Reduktion; nachträgliche Bildmanipulation lehnt er ab. Die Abzüge für seine vielfältigen Ausstellungen entstehen im eigenen Labor. 2005 und 2008 erhielt er den Bayerischen Journalistenpreis für das beste Pressefoto.

Copyright für alle Fotos: Karl-Heinz Rothenberger

Headerfoto: Qualitätssicherung der Bogenware durch Handsortierung und optische Kontrolle.