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Deutsches Technikmuseum - Die Zugezogenen

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Webseitenübersicht

Die Webseiten der Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin (SDTB) auf einen Blick:

Stiftung

Die Stiftung umfaßt sechs Standorte:

SW-Foto: Toralf steht in der Mitte seiner Werkstatt, auf der Schulter sitzt sein sechsjähriger Sohn. Sie schauen sich einen großen Stein an, aus dem Toralf gerade ein Gesicht meißelt. Rechts ein schon fertiger Kopf, vor dem der achtjährige Sohn steht.

Steinbildhauer Toralf, Christianenhof, bearbeitet in seiner Bildhauerwerkstatt tonnenschwere Sandsteine. (2004)

SW-Foto: Stephanie und Thilo sitzen nebeneinander auf einer runden Tonne, in die das Regenwasser der Dachrinne eingeleitet wird. Zu ihren Füßen zwei alte Milchkannen, die Hauswand im Hintergrund ist teilweise begrünt.

Stephanie und Thilo gestalten mit viel Enthusiasmus und eigener Körperkraft ihren neuen Lebensmittelpunkt, den Hedwigshof. (2002)

SW-Foto: Blick in den Wohnraum: Reinhard, mit runder Brille, Bart und kinnlangen blonden Haaren, die von einem Lederband gehalten werden, sitzt mit verschränkten Armen am Schreibtisch. Die Lampe ist ein ehemaliger Strohhut.

Reinhard aus Beenz hat sich seinen Unterhalt bisher in den unterschiedlichsten Berufssparten verdient – jetzt als Gemüsebauer und Erntehelfer. (2002)

Die Zugezogenen - Neusiedler in der Uckermark

Sonderausstellung in der Galerie der Dauerausstellung "Fototechnik"

28. Februar bis 15. Juli 2012

S/W-Foto: Familie von H. steht nebeneinander vor ihrem schön sanierten und blumengeschmückten Gutshaus: links Oma Gudrun, in der Mitte Georg (64), rechts Ilsa Marie (46)

Familie von H., Gut Wilsickow, kauft nach der Wende ihr Gutshaus zurück und richtet ein Kinderheim ein. (2004)

Oft kein Wasser, kein Strom, keine Heizung – was bewegt etablierte Grafiker, Erzieherinnen oder Ingenieure, in abgeschiedene und verfallene Häuser in Brandenburg zu ziehen und dort einen neuen Anfang zu suchen?

Der Fotograf und Journalist Roland Köhler stellt mit seinen 40 Bild-Text-Kombinationen, die er von 2002 bis 2008 zusammengetragen hat, die Lebensgeschichten solcher Neusiedler vor. Diese eint die Suche nach neuen Lebensentwürfen und Freiräumen, die sie individuell entdecken, erobern und gestalten.

Die Uckermark ist einer der am dünnsten besiedelten Landstriche Deutschlands. Als Urlaubsziel beliebt, leidet die Region jedoch unter stetig fortschreitender Entvölkerung. Die Folgen sind ebenso bekannt wie erschreckend: Wenig Arbeitsplätze, Schulschließungen, Dorfkonsum und Kino verschwinden, der Briefkasten bleibt als letzte öffentliche Einrichtung für die zurückgebliebenen, meist alten Menschen. Teilweise ganze Dörfer werden aufgegeben und verwahrlosen.

S/W-Foto: Aneinandergelehnt, in T-Shirt und kurzer Hose, glücklich und zufrieden lächelnd, stehen die zwei auf einer Sommerwiese. Im Hintergrund hohe Bäume und zwei Solar-Gewächshäuser.

Katrin und Werner in ihrem "Paradies" nahe Fahrenwalde. Sie streben ein Leben im Einklang mit der Natur an, wo die Verknüpfung der geistigen und materiellen Welt noch möglich scheint. (2004)

Die "Zugezogenen" lassen uns wissen, wie sie eine abgeschriebene Region im Wortsinn wiederbeleben und legen ihre Motivationen, Hintergründe und Erfahrungen offen. Auch Brüche, Enttäuschungen und Niederlagen werden nicht verschwiegen. Es sind Menschen, die in ländlicher Idylle Ruhe suchen, oder solche, die ihren Kindern den Stress, Dreck und Lärm der Großstadt ersparen wollen, oder die per Zufall in der "Toskana des Nordens" ihr persönliches Paradies gefunden haben.
Sie erzählen auch von arbeitsintensiven Wohn-, Firmen- und Kulturprojekten und nicht zuletzt von der Faszination der Landschaft und Natur ihrer neuen Heimat, der Uckermark.

Das Buch zur Ausstellung (120 S., ISBN 978-3-940101-42-6) ist im Museumsshop für 18,-- Euro erhältlich.

Headerfoto: Maschinenbaumechaniker und Wanderschmied Harry, Schmölln (2004)

© für alle Fotografien: Roland Köhler