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Deutsches Technikmuseum - Die Ausstellung

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Die Webseiten der Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin (SDTB) auf einen Blick:

Stiftung

Die Stiftung umfaßt sechs Standorte:

Originalfahrzeuge und Alltagsobjekte

In der Ausstellung präsentieren wir Eisenbahngeschichte in 33 Stationen - im ersten Lokschuppen die Jahre von 1800 bis 1914 und im zweiten Lokschuppen von 1918 bis zum Ende des 20. Jahrhunderts. Drei dieser Stationen seien hier näher vorgestellt.

Foto: Eine alte Lokomotive mit nur einem Treibrad und mit offenem Führerstand und sehr langem Schornstein. Der Kessel ist mit Holz verkleidet, es gibt Messingteile und eine grüne Lackierung.

Borsig-Lokomotive "Beuth" von 1842 (Nachbau von 1912) © SDTB / Foto: C. Kirchner

Foto: Ein grüner Personenwagen aus Holz von 1843, ohne Dach und ähnlich einer Kutsche.

Offener Personenwagen 3. Klasse, Original von 1843 © SDTB / Foto: C. Kirchner

1842: Erste Serien-Lok aus Berlin

Für die erste deutsche Eisenbahnstrecke - zwischen Nürnberg und Fürth - mussten 1835 Fahrzeuge und Personal noch aus England bezogen werden.

Sechs Jahre später konnte der Berliner Fabrikant August Borsig seine erste eigene Lokomotive vorstellen. 1842 folgte die Lokomotive "Beuth" als Auftakt zu einer ersten Serienproduktion.

Wir zeigen einen originalgetreuen Nachbau der "Beuth" von 1912 und einen originalen Personenwagen der privat betriebenen Breslau-Schweidnitz-Freiburger Eisenbahn von 1843. Als eines der ganz wenigen erhaltenen Fahrzeuge aus der Anfangszeit der Eisenbahn ist dieser eine besondere Rarität.

Konstruktiv lehnt sich der Wagen noch an Pferdefuhrwerke an, mit seiner offenen Bauweise ohne jeden Wetterschutz ist er zudem Zeugnis der ausgeprägten sozialen Staffelung unter den Reisenden dieser Zeit.

Foto: Große schwarze Lokomotive (Baujahr 1911) von schräg vorne. Eine Seite ist aufgeschnitten und mit einem Geländer abgesperrt, da die Lok in Bewegung vorgeführt werden kann.

Die aufgeschnittene preußische Dampflok S10 wird mehrmals täglich auf elektrisch angetriebenen Rollen vorgeführt. © SDTB / Foto: C. Kirchner

1911: Die preußische Heißdampflokomotive S10

Eines der spektakulärsten Exponate in der Eisenbahnsammlung des Deutschen Technikmuseums ist die Schnellzug-Schlepptenderlok der preußischen Baureihe S10 von 1911. Diese robusten Loks prägten bis in die 1930er Jahre den Fernverkehr auf vielen von Berlin ausgehenden Strecken und im norddeutschen Flachland.

1934 außer Dienst gestellt, wurde unser Exemplar einseitig im Bereich von Kessel, Zylindern und Führerhaus aufgeschnitten, um die Funktionsweise einer Dampflokomotive zu verdeutlichen.

In dieser Form stand sie über Jahrzehnte im ehemaligen, von 1945 bis 1984 unzugänglichen Verkehrs- und Baumuseum. 1986 wurde sie an ihren heutigen Standort gebracht; die Lok ist die einzig erhaltene ihrer Bauart und befindet sich im unversehrten Originalzustand der 1930er Jahre.

Als die S10 in Dienst gestellt wurde, beschäftigten die Bahnverwaltungen aller deutschen Länder zusammen eine halbe Millionen Eisenbahner, die 60 bis 70 Stunden pro Woche arbeiteten – viele Exponate illustrieren auch diesen Aspekt.

Foto: Leuchtend rote E-Lok in Stromlinienform. Auf der Stirnseite ist ein Adler mit Hakenkreuz aus Metallguss angebracht. Direkt davor sind Schriftdokumente der nationalsozialistischen Herrschaft angebracht.

Schnellzuglok E 19 01: Die damals hochmoderne Stromlinienform wurde durch die NS-Diktatur instrumentalisiert. © SDTB / Foto: C. Kirchner

1938: Stromlinienfieber

In den 1930er Jahren gerieten alle Bahnverwaltungen in Europa und den USA unter zunehmenden Konkurrenzdruck durch Auto- und Flugverkehr. Als Reaktion darauf wurden Schienenfahrzeuge für höhere Geschwindigkeiten entwickelt.
Oft erhielten diese eine Stromlinienverkleidung, die zwar meist einer Verbesserung der Aerodynamik diente, aber auch der gestalterischen Überhöhung von Geschwindigkeit und Modernität.

In Deutschland wurde diese Entwicklung durch die nationalsozialistische Diktatur vereinnahmt, die die Stromlinienform zu einer hauptsächlich deutschen Erfindung verklärte und sie mit ihrer Symbolik dekorierte.

Wir zeigen beispielhaft die Stromlinienlok E 19 01 und die Dampflok 01 1082 (in ihrer "entstromten" Nachkriegsform), aber auch zeitgenössische Spielzeugbahnen, Briefbeschwerer und Souvenirs, die belegen, wie das "Stromlinienfieber" eine Mode der Zeit war.