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Deutsches Technikmuseum - Schmuckproduktion

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Die Webseiten der Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin (SDTB) auf einen Blick:

Stiftung

Die Stiftung umfaßt sechs Standorte:

Schmuckproduktion

Großfoto der länglichen, schleifenartigen goldenen Brosche aus Museumsproduktion. Sie wurde am Fallhammer gefertigt
Foto: Am Fallhammer können diffizile Schmuckteile geprägt werden. Zu Beginn lässt hier der Hohlpräger das an einem Zugseil hochgezogene erhabene Relief mit einem Schwung von sieben Tonnen auf das negative Gegenstück fallen.

Hohlprägen am Fallhammer

Tradierung manufaktureller Arbeitstechniken

Schmuck gehört zu den ältesten Alltagsgegenständen der Menschheit und hat unabhängig von Alter, Geschlecht oder sozialer Herkunft für jeden von uns einen besonderen Wert. Wie aufwändig, extravagant oder teuer auch immer – nur selten machen wir uns Gedanken darüber, von wem und wie Schmuck eigentlich gefertigt wird.
Welches Wissen und welche kunsthandwerkliche Geschicklichkeit sind bis heute erforderlich, damit nach vielen, oft unscheinbaren Arbeitsschritten zum Beispiel aus schnödem Blech ein begehrtes Kleinod wird?

Die Dauerausstellung "Schmuckproduktion" im Deutschen Technikmuseum Berlin vermittelt den Besucherinnen und Besuchern die eher schmucklose Arbeitsseite hinter der schmückenden Seite eines Produkts.

Nicht "Wie funktioniert die Maschine?" ist die Ausgangsfrage, sondern "Wie fertigen Männer und Frauen noch heute Schmuck in Serie?".

Dr. Gabriele Wohlauf, ehemalige Leiterin des Fachgebiets Produktionstechniken, hat in Pforzheim und Umgebung ein Ensemble von Maschinen und Werkzeugen zusammengetragen und vor dem Verschrotten bewahrt, um die ausgefeilten Verfahrenstechniken und das aussterbende Berufswissen der erfahrenen Expertinnen und Experten zu bewahren, zu erforschen, filmisch zu dokumentieren und somit für die Nachwelt zu erhalten.

Unterstützt wurde sie von zahlreichen Fachleuten aus der Schmuckbranche. Deren handwerkliches, technisches und künstlerisches Können und Erfahrungswissen, das größtenteils mündlich überliefert wird, hat den Aufbau der Ausstellung erst möglich gemacht.

Menschen, Maschinen und Produkte

Foto: Das Relief der Museumsbrosche ist eingeprägt. Die scharfen, glatten Kanten des ehemaligen Goldblechs müssen noch zurecht geformt werden

Zwischenstand bei der Fertigung der Museumsbrosche: Das erhabene Relief ist eingeprägt, nun muss weiter verformt werden.

Schmuck ist seit fast 120 Jahren nicht nur individuell gefertigtes Einzelstück, sondern in erster Linie massenhaft hergestelltes Produkt. Auf 200 qm erfahren Besucherinnen und Besucher viel Unbekanntes über die manufakturellen Produktionstechniken.

Im Zentrum stehen sieben Fertigungsbereiche: Prägen-Pressen-Stanzen, Ziehen-Walzen, Gießen, Schleifen-Polieren, Guillochieren-Gravieren, die Kettenherstellung und die handwerklichen Techniken des Goldschmiedeberufs. Heute wie noch Ende des 19. Jahrhunderts werden in dieser Kombination von Maschinen- und Handarbeit Armreifen, Ringe, Broschen, Creolen, Manschettenknöpfe, Serviettenringe und vieles mehr hergestellt.

Die Vorführungen an teils historischen fuß-, hand- und elektrisch betriebenen Maschinen – dem Fallhammer mit einem sieben Tonnen schweren Schwung zum Hohlprägen, der Schleudergussanlage zum Gießen von unterschiedlichen Schmuckteilen und der Guillochiermaschine zum Dekorieren von glatten Oberflächen mit geometrischen Mustern – zeigen alle wichtigen Arbeitsgänge von der Formgebung bis zum polierten, finierten Schmuckstück.

Peter Raacke - Gestalten für den Gebrauch © Büro Michael Klar, Berlin

Peter Raacke – Handwerk und Design

Werkschau zum 90. Geburtstag des Industriedesigners
1. September bis 15. Oktober 2018

Die Werkschau wirft einen Blick auf drei verschiedene Facetten eines abwechslungsreichen Berufslebens: Peter Raacke, geboren am 27.9.1928, erlernte neben dem Emaillier- auch das Gold- und Silberschmiedehandwerk, ab Mitte der 1950er Jahre begann er seine Tätigkeit als Industriedesigner. Seine Entwürfe für Gebrauchsgegenstände prägten die bundesdeutsche Alltagskultur. Als Lehrer inspirierte der gebürtige Hanauer zahlreiche Schülerinnen und Schüler sowie Studierende. Peter Raacke verlieh technischen und gestalterischen Trends der 1950er, 1960er und 1970er Jahre vielfach Gestalt und war oftmals seiner Zeit voraus.

Neben Schmuckstücken aus unterschiedlichen Materialien und aktuellen Arbeitsbeispielen präsentiert die Schau auch Raackes berühmten Kunststoff-Koffer und das 1958 entworfene Besteck mono-a, einen Designklassiker.
Mehr Informationen zu Leben und Werk Peter Raackes [PDF, 35 kB]

Kinder-Workshop im Rahmen der Werkschau

Als besonderes Angebot für Kinder findet am Samstag, den 22. September, von 11.00 bis 14.00 Uhr ein Workshop zum Thema "Löffel designen" statt. Kinder ab 6 Jahren erfahren am Beispiel des mono-Bestecks, wie ein Löffel entworfen und gebaut wird, und können anschließend ihr eigenes Löffelmodell herstellen. Dauer: circa 30 bis 45 Minuten, Kosten: nur Museumseintritt, Anmeldung nicht erforderlich.

Grafik: Logo der Deutschen UNESCO-Kommission zur Bewahrung immateriellen Kulturerbes

Das Projekt "Manufakturelle Schmuckgestaltung"

2015 wurde das vom Museum ins Leben gerufene Projekt "Manufakturelle Schmuckgestaltung" von der Deutschen UNESCO-Kommission in das Register guter Praxisbeispiele zur Bewahrung immateriellen Kulturerbes aufgenommen.

Um diese Würdigung zu feiern, ludt das Deutsche Technikmuseum am 16. April 2016 zu einem Aktionstag in die Abteilung Schmuckproduktion ein.


Verfahrenstechniken - mit Filmen

In sechs Tonfilmen können Sie verschiedene wichtige Verfahrenstechniken kennenlernen.


Arbeitsgruppe "Schmuck verbindet"

Die Mitglieder der 2005 gegründeten bundesweiten Arbeitsgruppe widmen sich der Erforschung und Tradierung alter Verfahrenstechniken in der manufakturellen Schmuckproduktion.