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Deutsches Technikmuseum - "Schmuck verbindet"

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Die Webseiten der Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin (SDTB) auf einen Blick:

Stiftung

Die Stiftung umfaßt sechs Standorte:

Arbeitsgruppe "Schmuck verbindet"

Foto: Silberfarbener Anhänger, den Kopf eines älteren Mannes mit langen Haaren und hohem, runden Hut  darstellend. Es erinnert an die Ureinwohner Lateinamerikas. Beidseitig Ketten aus vier Gliedern. Der Oberkörper ist mit grünem Schmuckstein verziert

Collier, Entwurf: B. Joho; Theodor Fahrner; um 1905

Erforschung und Tradierung alter Verfahrenstechniken in der manufakturellen Schmuckproduktion

Da bisher nur die künstlerische Seite von Schmuck im Interesse der (kunst-)historischen Forschung stand, geriet das Wissen um die ausgefeilten Verfahrenstechniken in der manufakturellen Schmuckproduktion in Vergessenheit.

Als spezielles Fach- und Erfahrungswissen wurde es weder bewahrt noch weitervermittelt. Es ist heutzutage auch kein Bestandteil der staatlichen, fachbezogenen Berufsausbildung mehr.

Darum gründete sich 2005 die bundesweite Arbeitsgemeinschaft "Schmuck verbindet". Mitglieder sind Expertinnen und Experten für teilweise aussterbende Verfahrenstechniken, Fachleute verschiedener Berufssparten sowie Vertreterinnen und Vertreter des Schmuckmuseums Pforzheim und des Deutschen Technikmuseums Berlin.

Foto: Silberne Gürtelschließe mit ineinander verschränkten, hohlgeprägten Jugendstilornamenten. Das Muster wird ergänzt von 23 grünen Schmucksteinen

Gürtelschließe - Entwurf P. Huber, Theodor Fahrner, 1901

Foto eines Jugendstilcolliers aus goldfarbenem Hohlblech, verziert mit grünen und blauen Schmucksteinen. Das Besondere sind vier bewegliche, mit blauem Stein geschmückte Anhänger

Collier - Entwurf G. Kleemann, Victor Mayer, 1902

In der Zeit des Jugendstils (1890 - ca. 1910) wurde künstlerisch hochwertig gestalteter und qualitätsvoll produzierter Schmuck in Serie geschaffen. Die Kombination von Hand- und Maschinenarbeit ermöglichte die Produktion von Edelschmuck, der für breitere Käuferschichten weltweit erschwinglich wurde. Dies bedeutete eine "Demokratisierung des Luxus" auch im Alltagsbereich im Sinne von "Schmuck für alle".

Bedeutende Entwerfer dieser Zeit, vor allem Professor Georg Kleemann und seine Kollegen der "Pforzheimer Schule", bildeten an der damaligen Kunstgewerbeschule Pforzheim die Berufselite der Schmuckindustrie aus. Mit ihren in der seriellen Fertigung verwirklichten Entwürfen eroberte die manufakturelle Schmuckindustrie ab 1900 den Weltmarkt.

Pforzheim wurde so zum führenden Zentrum für hochwertig gefertigten seriellen Schmuck in der Welt. Schmuckfirmen wie F. Zerrenner, Victor Mayer oder Theodor Fahrner errangen zahlreiche Goldmedaillen und Prämierungen auf den zeitgenössischen Weltausstellungen und überholten so die französische Konkurrenz.