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Deutsches Technikmuseum - Schauproduktion

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Die Webseiten der Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin (SDTB) auf einen Blick:

Stiftung

Die Stiftung umfaßt sechs Standorte:

Museale Kofferproduktion

Schauproduktion von Hartpappenkoffern

Das historische Maschinenensemble, mit dem in der Schauproduktion Koffer hergestellt werden, stammt aus einem mittelständischen Familienbetrieb, der 1913 gegründet wurde und bis 1981 existierte. Die Maschinen stammen vorrangig aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Sie wurden dem Technikmuseum zum Schrottpreis angeboten: Der Museumskoffer konnte entwickelt werden.

Schneiden und Stanzen

Fotoserie zur Produktion eines Museumskoffers. Schneiden und Stanzen: Auf dem linken Foto schneidet der Vorführer Manfred Schweiß rote Hartpappe maßgerecht zu. Rechts zeigt er ein Stanzeisen, mit dem die Ecken ausgestanzt werden.

Zunächst wird die Pappe maßgerecht zugeschnitten. Die Zuschnitte für Unterkoffer und Deckel werden an allen vier Ecken mit Stanzeisen ausgestanzt. Nur so kann die Hartpappe in Form gebogen werden.

Biegen

Zweitens: Biegen der Hartpappe: Links schiebt der Vorführer die ebene, vorgeschnittene und gestanzte Pappe in die Gasbiegemaschine. Rechts verbiegt er inzwischen die vierte Seite zu einer Kante. Der Kofferdeckel ist nun fertig gebogen.

Die ebenen, ausgestanzten Pappenzuschnitte müssen in einen Hohlkörper verwandelt werden. Dies geschieht an einer Gas-Biegemaschine unter Zufuhr von Wärme. Die Dauer des Biegevorgangs für Unterkoffer und Deckel hängt von der Stärke der Pappe ab.

Biegen und Bördeln

Drittens, Bördeln und Biegen der Verstärkung: Links beginnt Herr Schweiss, den Bandstahl zu bördeln, mit dem der Holzrahmen verstärkt werden wird. Rechts zeigt er, wie der Stahlrahmen gebogen wird

Für den Kofferdeckel benötigt man einen mit Bandstahl verstärkten Holzrahmen. Der flache Stahl wird an einer Seite umgebogen (gebördelt), durchgesägt und passend zur Rahmengröße gebogen.

Andrücken

Viertens, Andrücken: Der fertige Rahmen wird mit der gußeisernen Handhebelpresse fest an die Kanten des Deckels gepresst. Jetzt paßt er an den Unterkoffer. Rechts ist dies noch einmal im Detail sichtbar

Die noch offene Bördelung (Nut) wird mit der Handhebelpresse fest an die Deckelkante gepresst. So kann der Deckel eng und passend mit dem Unterkoffer zu einem Hohlkörper zusammengesetzt werden.

Nageln

Fünftens, Nageln: Die gebogene Hartpappe für den Koffer wird an der Nagelmaschine an den Holzrahmen genagelt. Eine weitere Maßnahme, um dem Koffer seine notwendige Stabilität zu geben

Die gebogene Hartpappe für den Koffer wird an der Nagelmaschine an den Holzrahmen genagelt. So erhält der Koffer seine notwendige Stabilität.

Nieten

Sechstens, Nieten: Rechts vernietet Herr Schweiss die verschiedenen Hartpappenteile des Unterkoffers. Alle vier Zentimeter wird eine Niete gesetzt. Rechts nietet er eine schwarze Lederecke an

Der an den Holzrahmen genagelte Unterkoffer wird weiter vernietet. Zuerst werden die Ecken angenietet. Zur Positionierung ist ein jeweiliger Wechsel der Nietstempel erforderlich. Die Nieten haben einen doppelten Schaft, der sich zu einer Klammer spaltet.

Endfertigung

Links: Herr Schweiß nagelt das Gurtband an. Rechts ist der fertige Museumskoffer in Rot zu sehen.

Schlösser, Schnepper, Griffe und Scharniere werden ebenfalls genietet und genagelt. Danach wird der Koffer ausgeschlagen, das Gurtband angenagelt und das Typenschild als letztes angebracht.