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Deutsches Technikmuseum - August

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Objekt des Monats August 2018

Foto: Beide Kanister sind rechteckig, rund 50 Zentimeter hoch, 35 Zentimeter breit und 15 Zentimeter dick. Oben haben sie jeweils Tragegriffe und einen Ausguss, der mit einem Klappverschluss beziehungsweise einem Schraubdeckel verschlossen wird.

Die "Kanister der Deutschen": Alltagsgut mit spannender Entwicklungsgeschichte © SDTB / Foto: C. Kirchner

Kraftstoffkanister "jerry can", 1943

Zwei Benzinkanister zeigen, wie sich im Alltäglichen das Besondere verbirgt.

Millionen dieser typischen 20-Liter-Behälter werden bis heute verwendet, um Kraftstoffe, Wasser und andere Flüssigkeiten zu transportieren. Im Englischen tragen sie den Spitznamen "jerry cans" - die Kanister der Deutschen. Doch die beiden ausgestellten Exemplare sind keine deutschen Fabrikate. Der rechte Kanister stammt aus den USA, der linke aus Großbritannien. Das "W↑D" auf der Seitenwand steht für das britische "War Department".

Ursprünglich in den 1930er Jahren für die Wehrmacht entwickelt, wurden die praktischen Blechkanister im Zweiten Weltkrieg millionenfach in den deutschen "Blitzkriegen" eingesetzt. Ohne Treibstoff war kein Krieg zu führen. Den alliierten Armeen fehlte gerade dieses letzte Glied in der Versorgungskette: zuverlässige Benzinkanister.

SW-Foto: Vor einem langen Zug von Eisenbahn-Kesselwagen steht eine Gruppe von Soldaten der deutschen Wehrmacht. Ähnlich wie an einer Tankstelle füllen sie Treibstoff über einen Schlauch aus den Wagen in die vielen davor aufgestellten Kanister um.

Soldaten der deutschen Wehrmacht beim Umfüllen von Treibstoff aus Kesselwagen in "Wehrmacht-Einheitskanister", Sowjetunion 1941. © Bundesarchiv / Foto: Heinz Fremke / CC-BY-SA 3.0

Von Berlin in die Welt

Der Weg der jerry cans in die Welt begann in Berlin. Beim Ambi-Budd Presswerk in Berlin-Johannisthal wurde 1936 die endgültige Form der Kanister entwickelt. Ein leitender Mitarbeiter des Unternehmens reiste 1939 mit drei Kanistern auf abenteuerlichen Wegen nach Indien und von dort 1940 samt Bauplänen in die USA, wenig später auch nach Großbritannien.

Dort entschied man sich zur nahezu identischen Kopie der deutschen Kanister. In den USA wurde eine leicht abgewandelte Variante mit Schraubverschluss hergestellt, die Grundform jedoch beibehalten. Weitere Adaptionen in Italien, Japan und der Sowjetunion folgten.

Bis Ende des Zweiten Weltkriegs hatten sich die jerry cans weltweit verbreitet. Bis heute steht dieses Alltagsgut als universelles Symbol eines auf Erdöl basierenden Transportsystems.