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Deutsches Technikmuseum - Juni

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Die Webseiten der Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin (SDTB) auf einen Blick:

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Die Stiftung umfaßt sechs Standorte:

Objekt des Monats Juni 2018

Foto: Eine Zigarrenkiste aus Holz - Auf dem Deckel ist der Markenname "Elite" eingebrannt und die Worte "Fahrkarten" wurden dazugeschrieben. Die weiße Schiffermütze hat einen schwarzen Sonnenschild.

Diese zwei sehr persönlichen Objekte erzählen viel über die Geschichte der Schifffahrt in und um Berlin. © SDTB / Foto: C. Kirchner

Zigarrenkiste "Elite", vor 1945, und Schiffermütze, 1950er Jahre

Eine Zigarrenkiste mit Berliner Schiffergeschichte: Lange diente sie der Aufbewahrung von persönlichen Dokumenten des Schiffsführers Willi Zolchow (1901 - 1978). Seine Tochter übergab diese Kiste aus Tropenholz und die Mütze ihres Vaters erst kürzlich dem Deutschen Technikmuseum.

Das Wort "Fahrkarten" auf der Kiste weist auf ihren Gebrauch auf einem Ausflugsdampfer hin. Zolchow nutzte das Kästchen wohl zur Verwahrung von Fahrkarten auf den Schiffen, mit denen er für die Spree-Havel-Dampfschiffahrts-Gesellschaft "Stern" (ab 1934: Stern und Kreisschiffahrt der Teltow-Kanal AG) seit den 1920er Jahren unterwegs war.

SW-Foto: Zwei Männer mit Schiffermützen auf einem Schiff. Der eine fasst den anderen, Willi Zolchow, freundschaftlich an den Nacken.

Willi Zolchow (links) mit seiner Schiffermütze auf der Ms ANGELA, im Dienst der Reederei Liptow, nach 1952 © SDTB/ Historisches Archiv, Sammlung Zolchow

Auf der Innenseite des Deckels sind die Initialen von Zolchows Vermieterin und ihre Kreuzberger Anschrift notiert. Hatte Zolchow diese vielleicht für einen Finder vermerkt, falls er die Kiste mit dem wertvollen Inhalt verloren hätte?

Willi Zolchow: Schiffsführer und Kranführer

Die Mütze von Willi Zolchow erfüllte gleich mehrere Zwecke: Sie machte seine Führungsposition an Bord auf den ersten Blick erkennbar und diente ihm im Sommer als Wetterschutz. Im Winter arbeitete er als Kranführer bei Borsig in Berlin-Tegel.

Mit dem Mauerbau 1961 verkleinerte sich das Fahrgebiet der Reedereien im Westteil der Stadt und es kam zu einem Einbruch bei den Fahrgastzahlen. Zolchow half damals seine Qualifizierung als Kranführer. Er wurde bei Borsig angestellt und arbeitete ab diesem Zeitpunkt ganzjährig bis zur Rente als Kranführer.

Die Objekte werden künftig in der Dauerausstellung Schifffahrt als Zeugnisse der vielfältigen und reichhaltigen Geschichte der Schifffahrt in und um Berlin zu sehen sein.

SW-Foto: Blick von oben auf das Deck des Fahrgastschiffs Concordia mit vielen Personen, die nach oben in Richtung des Fotografen blicken. Das Schiff hat einen weiß gestrichenen Rumpf und nähert sich langsam einer Anlegestelle.

Zolchow fuhr auch dieses Schiff: Die CONCORDIA aus der Flotte der Stern und Kreisschiffahrt der Teltow-Kanal AG nach 1935, hier an der Anlegestelle Heerstraße Freybrücke. © SDTB/ Historisches Archiv, Sammlung Zolchow