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Deutsches Technikmuseum - März

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Die Webseiten der Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin (SDTB) auf einen Blick:

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Die Stiftung umfaßt sechs Standorte:

Objekt des Monats März 2018

Foto: Zu sehen ist ein Service aus Teekanne, Stövchen, Zuckerdose und Milchkännchen. Es ist aus weißem Porzellan und mit einem „Yasmin“-Logo und Schriftzug verziert.

Marketing im Wartezimmer: Dieses Service diente als Werbegeschenk für die Antibabypille "Yasmin". © SDTB / Foto: H.-F. Lachmann

Teeservice "Yasmin", zwischen 2000 und 2011

Seit den 1960er Jahren vereinfacht ein Mittel zur oralen Kontrazeption, besser bekannt als Antibabypille, die Trennung von Sexualität und Empfängnis. Frauen können seitdem unabhängig und selbstbestimmt über die Möglichkeit einer Schwangerschaft entscheiden.

Die pharmazeutische Weiterentwicklung führte seitdem zu immer effektiveren Präparaten mit geringerem Wirkstoffgehalt. Die Hormonkomponenten von Pillen der "vierten Generation" sollen weniger unangenehme Nebeneffekte wie Gewichtszunahme erzeugen als ihre Vorläufer und darüber hinaus sogar andere Probleme wie Akne lindern. Natürlich spielen diese Eigenschaften bei der Vermarktung eine Rolle, und derartige Pillen, beispielsweise der Marke Yasmin, sollen vor allem junge Frauen ansprechen.

Foto: In der Sichtverpackung der Antibabypille "Yaz" befinden sich 28 einzeln entnahmebereite Tabletten. Die Packung ist mit dem "Yaz"-Schriftzug sowie Startangabe, Pfeilen und einem Hinweis zur Platzierung des Wochenaufklebers bedruckt.

Die Antibabypille "Yaz" enthält den gleichen Wirkstoff wie "Yasmin". Das Ärztemuster einer durch Presseberichte verunsicherten Patientin wird in der Ausstellung "Pillen und Pipetten" gezeigt. © SDTB / Archiv

Problematisches Werbegeschenk

Allerdings dürfen verschreibungspflichtige Arzneimittel laut Gesetz nicht beworben werden. Der Weg zur Kundin führt darum auch bei Yasmin, seit dem Jahr 2000 auf dem Markt, über die ärztliche Praxis. Entsprechend verteilte die Firma Schering dieses Teeservice als Werbegeschenk.

Das kann man als normale Marketingmaßnahme hinnehmen. Ein bitterer Beigeschmack ergibt sich aus den juristischen Auseinandersetzungen um verschiedene Fälle von Thromboembolien. Sie hingen mutmaßlich mit einem erhöhten Thromboserisiko des in Yasmin enthaltenen Wirkstoffs zusammen, gingen durch die Medien und verunsicherten so manche Kundin.

Dieses scheinbar so simple Objekt bietet also unerwartet emotionale Aspekte - und ist somit alles andere als "einfach nur" ein Gratis-Geschirr.