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Deutsches Technikmuseum - November

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Die Stiftung umfaßt sechs Standorte:

Objekt des Monats November 2018

Foto: Ein olivgrünes, trichterförmiges Hand-Megafon mit einem Griff am unteren Ende und einem festen Band zum Umhängen.

Mit dem Megafon kann man sich Gehör verschaffen, entweder um die eigene Meinung kundzutun oder um für Ordnung zu sorgen. © SDTB / Foto: C. Kirchner

Megafon, 1960er Jahre

Sich Gehör zu verschaffen, ist nicht immer leicht.

Das Megafon, auch als Sprachrohr oder Flüstertüte bezeichnet, verhilft der Stimme zu mehr Lautstärke. Das mobile, meist batteriebetriebene Gerät verfügt dazu über ein Mikrofon, einen Verstärker und einen Lautsprecher.
Der erste mobile Stimmverstärker war die 1670 von dem Engländer Samuel Morland entwickelte Sprechtrompete. Der kegelförmige Blechtrichter diente vor allem auf Schiffen und beim Militär der Weitergabe von Anweisungen. Seitdem sind Sprachrohre optimiert und für vielfältige Zwecke eingesetzt worden.

Vielseitig einsetzbares Arbeitsgerät

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entdeckten Regisseure und Bademeister sie als Arbeitsgerät. Auch für die staatlichen Ordnungshüter und Rettungskräfte ist der Stimmverstärker unverzichtbar. Megafone gehören seit Langem zur Grundausstattung von Feuerwehr und Polizei, so auch einst das hier ausgestellte Gerät.

Überdies entwickelten sich Flüstertüten zu einem Instrument der politischen Meinungsäußerung:
Frauen, die vor genau hundert Jahren ihr Wahlrecht erkämpften, verwendeten sie ebenso wie die Studierenden, die sich vor fünfzig Jahren mit dem – inzwischen elektrischen – Megafon auf den Straßen West-Berlins und anderer Großstädte Gehör verschafften.

Kupferstich von 1685, der eine Sprechtrompete zeigt. Dieser Vorläufer des Megafons war eine trichterförmige Röhre aus Blech, die in ihrer Form einem Blasinstrument ähnelte.

Druckgrafik aus dem Jahr 1685: Der als Sprechtrompete bezeichnete Stimmverstärker wies große Ähnlichkeit mit einem Blechblasinstrument auf. © Deutsche Fotothek

Das Recht, die eigene Meinung frei zu äußern und sich an der Meinungsbildung zu beteiligen, ist ein wichtiges Gut. Respekt und Angemessenheit sind die Grundlagen. Nicht alle halten sich daran. Damit stellen sie Werte und Regeln unseres Miteinanders in Frage.

Wie gehen wir damit um?