| |

Deutsches Technikmuseum - Mai

Navigationsmenüs


Webseitenübersicht

Die Webseiten der Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin (SDTB) auf einen Blick:

Stiftung

Die Stiftung umfaßt sechs Standorte:

Objekt des Monats Mai 2013

Foto: Das Gerät ist um ein Stück Schiene geschraubt. Das untere Teil aus Eisen umschließt den breiten Schienenfuß, das obere aus Messing den pilzförmigen Schienenkopf. Die Taster oben sind Stifte mit Skala, die zur Messung durch Zylinder geschoben werden.

Sicherheit auf der Schiene mit Hilfe von neun Tastern © SDTB / C. Kirchner © SDTB / C. Kirchner

Schienenprofil-Messlehre, um 1890

Die "Objekte des Monats" im Jahr 2013 wurden alle im ersten Jahr des Deutschen Technikmuseums eingeworben. Wir zeigen damit die Bandbreite unserer frühen Sammlungen. Wenige Tage nach Eröffnung im Dezember 1983 kam diese Schienenprofil-Messlehre ins Museum.

Auf den ersten Blick mutet das Gerät in seiner spinnenartigen Form wie ein Requisit aus einem Science-Fiction-Film an. Dabei handelt es sich keineswegs um "High-Tech" aus der Zukunft, sondern um einen Apparat, der auf einfachen mechanischen Prinzipien beruht. Das aus dem 19. Jahrhundert stammende Prüfgerat für das Schienenprofil von Bahngleisen wurde eingesetzt, um die Sicherheit von Bahnschienen auch über einen langen Zeitraum hinweg zu gewährleisten.

Die Eisenbahn ist eine "zusammengesetzte" Maschine aus Fahrweg und Fahrzeug. Im Laufe der Jahre sind diese Elemente, obwohl aus Eisen bestehend, erheblichem Verschleiß unterworfen. Deshalb muss die Abnutzung kontrolliert werden. Zur Überprüfung der Gleislage wurde seit 1880 der schreibende "Dorpmüller-Gleismessapparat" verwendet (Lokschuppen 1, bei Gleis 13). Er maß die Spurweite und die Überhöhung der beiden Schienen.

Die Abnutzung des Schienenkopfes der üblichen "Vignolschiene" konnte dagegen mit einer Schienenprofil-Messlehre bestimmt werden, wie sie hier gezeigt wird. Die Form der Breitfußschiene mit schmalem Steg hat sich in aller Welt durchgesetzt. Zur Messung wurde das Gerät unter den Schienenfuß gespannt. Danach konnten neun Taster an definierten Punkten auf den Schienenkopf abgesenkt werden. Aus der Abweichung der so gefundenen Werte vom Sollwert ergab sich der Verschleiß. Waren die Werte zu hoch, musste die Schiene ausgewechselt werden.

Das als Objekt des Monats Mai ausgestellte 6,4 kg schwere Präzisionsmessgerät wurde von der 1866 gegründeten Wiener Firma Starke & Kammerer geliefert, die auch Nivelliergeräte und astronomische Instrumente baute.

Inventar-Nr. 1/1983/0263