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Deutsches Technikmuseum - März

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Objekt des Monats März 2014

Foto: Auf dem weissen Stein ist die Frontansicht des viergeschossigen Gebäudes zu sehen. Der Name "Potsdamer Bahnhof" ist in Spiegelschrift geschrieben.

Lithografiestein aus Solnhofener Kalkstein © SDTB / C. Kirchner

Lithografiestein mit Motiv "Potsdamer Bahnhof"

Das Objekt dieses Monats ist ein Kalkstein, ein Solnhofener Plattenkalk, der zur Herstellung von Lithografien benutzt wurde. Das Motiv zeigt den nicht mehr existenten Potsdamer Bahnhof in Berlin am heutigen Potsdamer Platz.

Den Namen Lithografie trägt das "Drucken mit Steinen" seit 1805 – der Erfinder Alois Senefelder (1771-1834) selbst bezeichnete das Verfahren zunächst als "Chemische Druckerey".

Der Steindruck - eine der drei großen Erfindungen der Drucktechnik

Die Technik des Steindrucks ist seit 1797 als erstes Flachdruckverfahren nach den bis dahin bekannten Hoch- und Tiefdruckverfahren bekannt. Sie gilt als eine der drei großen Erfindungen der Drucktechnik neben Johannes Gutenbergs Druck mit beweglichen Lettern (um 1450) und der Schnellpresse Friedrich Koenigs (ab 1812). In ihrer Bedeutung als Vervielfältigungstechnik wird sie bereits Mitte der 1830er Jahre durch Zinkplatten- und später durch den Offsetdruck abgelöst. Beim Flachdruckverfahren liegen druckende und nichtdruckende Teile einer Druckvorlage auf einer Ebene und unterscheiden sich nur in ihren physikalisch-chemischen Eigenschaften.

Foto: Das Portal des Potsdamer Bahnhofs als Detail der feinen Zeichnung. In der Mitte steht ein Risalit mit dem einem italienischen Palast nachempfundenen Rundbogengang. Vorn flanieren biedermeierlich gekleidete Passanten.

Der Lithografiestein zum Zoomen

Die Zeichnung oder der Text wird seitenverkehrt mit fetthaltiger Zeichensubstanz auf den geschliffenen, feuchten und chemisch vorbereiteten Stein aufgetragen. Da sich Fett und Wasser gegenseitig abstoßen, nehmen während des Aufwalzens der Druckerschwärze auf den erneut befeuchteten Stein nur die Stellen die Farbe an, die vorab mit fetthaltiger Substanz bearbeitet wurden. Der Druck erfolgt durch Anpressen des Papiers auf den Stein.

Die Lithografie ermöglichte es erstmalig, Texte und Bilder unkompliziert zu vervielfältigen. Deshalb wird Senefelder manchmal als "zweiter Gutenberg" bezeichnet. Von 1797 bis Ende des 19. Jahrhunderts war Deutschland das europäische Zentrum der Lithografie und Ausgangsort ihrer Verbreitung. Nirgendwo gab es so viele Druckereien und weiterverarbeitende Betriebe wie in Berlin.