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Deutsches Technikmuseum - April

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Die Webseiten der Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin (SDTB) auf einen Blick:

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Die Stiftung umfaßt sechs Standorte:

Objekt des Monats April 2014

Foto: Die wie ein Halbmond geschwungene Klinge hat einige dunkelbraune Rostflecken. Die Kerben am Holzgriff sind tief und deutlich zu erkennen.

Sichel zum Rübenköpfen © SDTB / C. Kirchner

Sichel zum Rübenköpfen, Herstellungsjahr 1926

Am Anfang des 20. Jahrhunderts erfolgten der Anbau und die Ernte der Zuckerrübe auf dem Feld noch per Hand. Die Rüben wurden um 1920 beispielsweise mittels eines Handrübenroders gerodet und aufgereiht auf dem Feld oder einer Holzbank abgelegt.

Der folgende Arbeitsvorgang sah das Befreien der Rüben von Erdresten vor. Mit der Hand köpften dann die Landarbeiterinnen den Rübenkopf und die Blätter.

Die auf einen Haufen geworfenen Rüben wurden später in die Zuckerfabrik transportiert. Blätter und Rübenköpfe dienten als Viehfutter.

Foto: Die Zuckerrübe hat etwa 15 breitflächige, grüne, bis zu 30 cm lange Laubblätter und eine weiße, oben verdickte Pfahlwurzel

Zuckerrübe © SDTB / Historisches Archiv, Bestand Zucker-Museum

Arbeitsgerät als Hochzeitsgeschenk
Das Abköpfen der Rübenblätter war eine typische Frauen- oder sogar Kinderarbeit. Die hier gezeigte Sichel wurde für diesen Arbeitsschritt verwendet.

1926 wurde sie als Hochzeitsgeschenk eines Schmiedemeisters für Lina Barte (1899-1959) in Bockenem am Harz gefertigt und mindestens 26 Jahre lang von dieser benutzt.

Die Sichel besteht aus einer sich nach vorn verjüngenden, konkav gekrümmten Klinge aus Stahl, die nie geschärft wurde, sondern durch die Benutzung scharf geblieben ist.

Auffallend ist der Holzgriff des Werkzeuges, der starke Einkerbungen aufweist. Nach Aussagen von Gutachtern ist anzunehmen, dass vom Handwerker ein sogenannter ergonomischer Griff als Auflage für Daumen und Mittelfinger gefertigt wurde, um die Lage der Hand und so die Sichelführung zu optimieren.

Schwarzweißfoto: Eine junge Frau mit Kopftuch und in warmer Arbeitskleidung erntet auf einem Feld Zuckerrüben. Neben ihr drei kleine Kinder, eines schaut in einen altmodischen Kinderwagen, in dem noch ein Baby liegt.

Zur Erntezeit wird das Feld zum Kinderzimmer. © SDTB / Historisches Archiv, Bestand Zucker-Museum

Der Sohn von Lina Barte hingegen ist davon überzeugt, dass es sich bei den Griffspuren um Veränderungen durch Schmutz, Schweiß und Feuchtigkeit während der jahrelangen Benutzung seitens der Mutter handelt.

Die Sichel ist eine Schenkung des Sohnes von Lina Barte, Wilhelm Barte aus Vechelde, aus dem Jahr 1980.

Sie ist in der modernisierten Ausstellung des Zucker-Museums "Alles Zucker! Nahrung – Werkstoff – Energie" im Neubau des Deutschen Technikmuseum zu sehen.