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Deutsches Technikmuseum - Mai

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Die Stiftung umfaßt sechs Standorte:

Objekt des Monats Mai 2014

Foto: Weiße Glasflasche mit goldenem Blech-Schraubverschluß und schlichtem, etwas vergilbtem Etikett.

Die 0,7 Liter-Flasche "Kumpeltod", Verkaufspreis 1,12 M. © SDTB / C. Kirchner

Der "Kumpeltod", ein Trinkbranntwein für Bergarbeiter in der DDR, ca. 1968

Der "Trinkbranntwein für Bergarbeiter" war ein alkoholisches Getränk, das als Deputat neben dem Lohn an Bergleute in der sowjetischen Besatzungszone und später der DDR ausgegeben wurde. Auch an die Schiffsbesatzungen der Handelsmarine der DDR wurde der Trinkbranntwein verteilt.

Darüber hinaus bezogen ihn Arbeiter und Angestellte des VEB Erdöl-Erdgas Grimmen in Vorpommern. Sie waren 1961 bei einer Bohrung in 2300 Meter Tiefe auf Erdöl gestoßen. Dieses galt als das erste Vorkommen auf dem Gebiet der DDR. Die Hoffnung, sich dadurch aus der Abhängigkeit von russischem Öl zu lösen, erfüllte sich jedoch nie.

Steuerfreier "Bergmannsfusel" – Weiterverkauf verboten
Der "Trinkbranntwein für Bergarbeiter" konnte steuerfrei über Berechtigungsscheine bezogen werden. Abgefüllt wurde er in Flaschen zu jeweils 0,5 Liter, zu 0,7 Liter oder zu 1,0 Liter Inhalt. Der Weiterverkauf des Branntweins oder der Berechtigungsscheine war verboten und wurde strafrechtlich verfolgt.

Foto: Vergrößerung des Etiketts. Hier ist der VEB "Sonne" in Richtenberg als Brennerei genannt.

Das Flaschenetikett mit allen wichtigen Angaben © SDTB / C. Kirchner

Hergestellt wurde der Branntwein mit einem Alkoholgehalt von 32 Volumen-Prozent in Brennereien, die in der Nähe von Bergbaubetrieben lagen, wie zum Beispiel in Nordhausen, Senftenberg, Lübben oder Lauter. Für die Erdölarbeiter im Norden der DDR kam der "Bergmannsfusel" aus dem VEB "Sonne" in Richtenberg, einem Betrieb des VEB Getränkekombinat "Hanseat" in Rostock.

Im Unterschied zu den Bergleuten untertage, denen monatlich zwei Liter zustanden, sollten die über Tage Beschäftigten nur einen Liter des Branntweins erhalten. In der Praxis wurden jedoch Mengen verkauft, die deutlich über das Ein-Liter-Limit hinaus gingen.

Das Objekt ist eine Schenkung des Erdölmuseums Reinkenhagen in Mecklenburg-Vorpommern.