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Deutsches Technikmuseum - Oktober

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Die Stiftung umfaßt sechs Standorte:

Objekt des Monats November 2014

Foto: Das Schleifgerät sieht aus wie ein Handbohrer. Die Nadel ist über einer Schleifscheibe eingespannt. Mit einer Handkurbel wird diese über ein Zahnrad in Bewegung gesetzt.

Kurbeln für größeren Hörgenuss: Schleifgerät zum Anspitzen organischer Grammophonnadeln © SDTB / Foto: C. Kirchner

Schleifmaschine für organische Grammophonnadeln, um 1932

Die Nadel ist das Herzstück des 1887 von Emil Berliner patentierten Grammophons. Über sie werden die Schwingungen an die Membran der Schalldose übertragen und über den Schalltrichter hörbar gemacht.

Für einen möglichst guten Klang ohne Nebengeräusche muss die Nadel genau in die Rille der Platte passen. Bei der Produktion wurden die Spitzen der Nadeln in einem aufwendigen Prozess abgerundet. Das Material der Nadel musste weicher als die Schellack-Platte sein, da sonst die Rillen dauerhaft beschädigt worden wären. Stahlnadeln eigneten sich dafür besonders gut. Leider musste nach jeder Seite die Nadel gewechselt werden. Sie legte von Anfang bis Ende einer Platte bis zu 300 Meter zurück und verschliss dadurch schnell.

Nadeln aus Kaktusstacheln oder Bambus

Neben Stahl wurden auch andere Materialien für die Grammophonnadeln verwendet – die Stacheln einer besonders harten Kaktusart ebenso wie Bambus oder Holz. Der Vorteil dieser organischen Nadeln bestand in einem runderen Klang und einer häufigeren Nutzbarkeit. War eine Platte auf Bambus- oder Holznadeln eingeschliffen, so war es möglich, bis zu zehn Platten ohne Nadelwechsel zu hören.

Mit einem solchen Schleifgerät konnten organische Nadeln wieder angespitzt und erneut benutzt werden. Die organischen Nadeln waren jedoch weniger flexibel als Stahlnadeln und brachen während des Abspielens häufiger ab. Auf Dauer konnten sich organische Nadeln gegenüber Stahlnadeln nicht durchsetzen.

Das Gerät ist seit der Wiedereröffnung der Abteilung Nachrichtentechnik im Januar 2015 in der Ausstellung zu sehen.