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Deutsches Technikmuseum - Januar

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Die Webseiten der Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin (SDTB) auf einen Blick:

Stiftung

Die Stiftung umfaßt sechs Standorte:

Objekt des Monats Januar 2015

Foto: Die Schlittschuhkufen sind an eleganten halbhohen braunen Schnürstiefeln befestigt. Die Skischuhe sind aus braunem Leder und haben eine dicke Sohle.

Elegant für sie, robust für ihn: Fußbekleidung für den Wintersport vor 80 Jahren. © SDTB / C. Kirchner

Skischuhe und Schlittschuhe, um 1935

Schlittschuhlaufen ist, genauso wie Skifahren, mehrere tausend Jahre alt.

Zunächst wurden zum Schlittschuhlaufen einfach Knochen verwendet, die man unter die Schuhe band. In den Niederlanden waren Schlittschuhe vor allem Verkehrsmittel auf den zugefrorenen Kanälen. Dort baute man die ersten Schuhe mit Metallkufen.

Auch Skier wurden hauptsächlich für den Transport benutzt, bevor sie zum Sportgerät wurden. Indem sie die Last auf eine größere Fläche verteilen, verhindern sie das Einsinken im Schnee. So können Skifahrer im Winter auch abgelegene Ortschaften erreichen. Durch ihre Gleiteigenschaften ermöglichen Skier ein schnelleres Vorankommen als zu Fuß.

Wintersportbegeisterung im Deutschen Reich

Die hier gezeigten Ski- und Schlittschuhe wurden der Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin von Erika Helm geschenkt. Sie erinnert sich, dass sie in den späten 1930er Jahren in den Sommerferien arbeiten ging, um sich die 35 Reichsmark für die gebrauchten Schlittschuhe einer Nachbarin zu verdienen.

Schwarz-Weiß-Grafik: Eine junge Läuferin in elegantem Laufkostüm und weißen Stiefeln springt weit und hoch übers Eis, im Hintergrund eine Menschenmenge.

Die "POLAR-POST" wirbt 1938 ansprechend und geschickt für die besonders laufsicheren Schlittschuhe der Marke / Zoom

Wie viele Jugendliche damals, begeisterte auch sie sich für den Wintersport. Im Deutschen Reich war diese Wintersportbegeisterung durch die Olympischen Winterspiele 1936 in Garmisch-Partenkirchen ausgelöst worden. Die NS-Regierung nutzte die Spiele für ihre Propaganda. Ein letztes Mal gab sich das "Dritte Reich" hier weltoffen. Im Zweiten Weltkrieg zeigte es jedoch bald sein wahres Gesicht.

Für den Russlandfeldzug gab Erika Helm ihre Skier im Winter 1941/42 an die Wehrmacht ab. Ihre Schlittschuhe aber behielt sie. Die hier ausgestellten Skischuhe sind die ihres Mannes.

 

Dieser Text ist im Rahmen eines Schülerpraktikums in Zusammenarbeit von Paul Görgeleit (8. Klasse) und Museumsmitarbeiter Benjamin Huth (Abteilung Straßenverkehr) entstanden.

Bild rechts: Firmen-Katalog Polar (Remscheidt, 1938), Deckblatt und Doppelseite © SDTB, Historisches Archiv / Foto: C. Kirchner

Auf Seite 11 des Kataloges ist unten die Kufe des hier ausgestellten Schlittschuhs "POLAR-Astor" abgebildet. Die Schuhe, an denen die Kufen befestigt wurden, mussten gesondert erworben werden.