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Deutsches Technikmuseum - Februar

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Die Stiftung umfaßt sechs Standorte:

Objekt des Monats Februar 2015

Foto: Vier Großbuchstaben aus Blech: S, B, E und L

Letzte Erinnerungsstücke an einen historischen Bahnhof © SDTB / C. Kirchner

Blechbuchstaben vom Anhalter Bahnhof, um 1880

Auf den ersten Blick wirken die großen Blechbuchstaben, als wären sie gerade erst aus einem Schutthaufen geborgen worden. Tatsächlich ist dieser Eindruck gar nicht so falsch, bezeugen die Lettern doch das Ende des Anhalter Bahnhofs in Berlin.

"Grundzüge für die Gestaltung der Eisenbahnen Deutschlands"

1846/47 gründete sich der Verein deutscher Eisenbahnverwaltungen. Um die unterschiedlichen technischen Normen und Standards der frühen deutschen Eisenbahngesellschaften zu vereinheitlichen, gab dieser die "Grundzüge für die Gestaltung der Eisenbahnen Deutschlands" heraus.

Neben der Festlegung einer einheitlichen Spurweite fand sich darin auch die Forderung, "die Entfernung von den nächsten Hauptstationen" in den Bahnhöfen auszuweisen. So erhielt der zwischen 1874 und 1880 neu errichtete Anhalter Bahnhof des Architekten Franz Schwechten eine entsprechende Beschriftung - in Form der hier gezeigten Buchstaben.

S/W-Foto: Die Lettern zu den Entfernungen nach Dresden und Leipzig an der Hallenwand.

Die ursprüngliche Position der Blechbuchstaben im Anhalter Bahnhof. Aufnahme von 1960 Quelle: Landesarchiv Berlin, Bildnr. 67921

Da die vom Anhalter Bahnhof ausgehenden Verbindungen alle Richtung Süden verliefen, waren die nächsten großen Bahnhöfe Dresden (187,7 km), Leipzig (163,0 km) und Halle (161,7 km).

Die Inschrift befand sich auf der östlichen Hallenwand, der Ankunftsseite des Bahnhofs.

Die Schriftart der Buchstaben ist eine sogenannte Block-Antiqua, welche auch als Egyptienne bezeichnet wird.

S/W-Foto: Ansicht der verfallenen Hallenwand mit kaputten Türen und Fenstern.

Die ursprüngliche Position der Blechbuchstaben Richtung Halle. Aufnahme s.o. / Zoom Ostwand des Anhalter Bahnhofs

Das Schicksal des Bahnhofs

Mit der Teilung Deutschlands wurde der Anhalter Bahnhof vom Verkehrsnetz abgeschnitten und 1952 der Personenverkehr eingestellt. Zwischen 1959 und 1965 erfolgte, nicht ohne kritische Stimmen, der Abbruch des einst das Stadtbild prägenden Bahnhofs.

Lediglich der Portikus am Askanischen Platz blieb als Denkmal erhalten, sowie einige Fragmente, die durch Mitarbeiter der Verwaltung des ehemaligen Reichsbahnvermögens gerettet wurden.

Zu diesen gehört neben den ausgestellten Buchstaben auch das Fürstenportal am Eingang zu unseren Lokschuppen.