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Deutsches Technikmuseum - Mai

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Objekt des Monats Mai 2015

Foto: Die beiden circa 40 cm langen Werkzeuge sind vollständig mit Rost überzogen.

Werkzeuge quasi aus dem "Bauch der Geschichte": Schraubenschlüssel und Reißnadel aus der Quadriga-Kopie © SDTB / Foto: C. Kirchner

Werkzeuge aus der Quadriga, ca. 1956

Was vielleicht nur wenige wissen: Die bekannte kupferne Quadriga auf dem Brandenburger Tor, dem prominenten Wahrzeichen Berlins, ist eine 1958 hergestellte Kopie des von Gottfried Schadow entworfenen und von Emanuel Jury getriebenen Originals aus dem Jahr 1794.

Die ursprüngliche Quadriga wurde im Zweiten Weltkrieg bei den Kämpfen im Regierungsviertel im April 1945 - also vor rund 70 Jahren - fast vollständig zerstört. Die Reste der monumentalen klassizistischen Großplastik wurden entsorgt. Lediglich ein Pferdekopf, der sich nun im Märkischen Museum in Berlin befindet, blieb erhalten.

1956 beschloss der Ost-Berliner Magistrat den Wiederaufbau von Tor und Quadriga. Bei der Herstellung der Quadriga-Kopie wurden jedoch im Innern von einem der vier Pferdekörper dieser Schraubenschlüssel und diese Reißnadel vergessen.

Foto: Drei große Pferdekörper füllen die hohe Werkstatthalle fast vollständig aus. Zwei Restauratoren schweißen Risse am Hinterhuf eines Pferdes.

Ungewöhnliche Objekte in der Lokwerkstatt 1991: Die kupfernen Pferde der Quadriga © SDTB / Foto: C. Kirchner

Wie gelangten die beiden Werkzeuge in unser Museum?

Die Quadriga-Kopie wurde 1990/1991 in den Werkstätten des Deutschen Technikmuseums restauriert - feiernde Menschenmassen hatten sie im Taumel grenzenloser Freiheit in der Silvesternacht 1989 massiv beschädigt. Bei der Restaurierung kamen die Werkzeuge ans Tageslicht.

Das Brandenburger Tor, 1789-1791 als Teil der Zollmauer von Karl Gotthard Langhans errichtet, und vor allem sein Figurenschmuck, die Quadriga, besaßen seit ihrer Errichtung immer besondere Symbolkraft: Als Zankapfel zwischen Preußen und Frankreich, als tragischer Zeuge des Zweiten Weltkriegs und der daraus resultierenden Teilung Berlins und zuletzt als Wahrzeichen der Wiedervereinigung.