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Deutsches Technikmuseum - Juni

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Die Stiftung umfaßt sechs Standorte:

Objekt des Monats Juni 2015

Foto: Das Bild ist zweigeteilt: Unten steht die Druckvorlage auf dem Kopf, oben ist das schwarzweiße Motiv des Straßenbahnwagens, gezogen von zwei Pferden, korrekt zu sehen.

Der 1. Straßenbahnwagen von 1865 (Detail mit Zoom) © SDTB, Foto: C. Kirchner

Straßenbahnen aus Blei und Zink, 1920er Jahre

Die gezeigten Druckvorlagen, auch Klischees genannt, haben die Berliner Straßenbahn zum Motiv. In diesem Jahr feiert sie den 150. Geburtstag; ihre Entwicklung ist eng mit der Geschichte Berlins verknüpft.

Im Jahr 1865 fuhr die erste Berliner Straßenbahn vom Kupfergraben an der Museumsinsel zur Nachbarstadt Charlottenburg – damals noch angetrieben durch wirkliche Pferdestärken. Die Straßenbahnen verbanden Berlin mit seinen vielen Vororten, die wir heute als Stadtteile kennen.

Erst 1920 entstand das uns heute vertraute (Groß-)Berlin, in dessen Grenzen die Straßenbahn längst zum wichtigsten öffentlichen Verkehrsmittel geworden war. Während der Regierungszeit der Nationalsozialisten wurden Juden und viele andere im "Dritten Reich" verfolgte Menschen von der Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel ausgeschlossen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg behielt die Straßenbahn nur in Ost-Berlin ihre Bedeutung, während im Westen der Stadt das Automobil siegte. Inzwischen wird jedoch wieder über neue Straßenbahn-Strecken in der Hauptstadt nachgedacht.

Übrigens: Das älteste erhaltene Straßenbahnfahrzeug Europas, das unser Klischee zeigt, befindet sich als Original in unserem Depot für Kommunalverkehr. Dort können an allen Sonntagen im September mehr als 50 Fahrzeuge zu 150 Jahren Öffentlicher Nahverkehr bestaunt werden - darunter weitere 13 Berliner Straßenbahnwagen.

Foto: Eine Sammlung von Druckvorlagen: Einzelne Straßenbahnen, Konstruktionszeichnungen und Streckenführungen und vieles mehr

Die Berliner Straßenbahn - ein sehr beliebtes Motiv. © SDTB, Foto: C. Kirchner

Vorlagen für den Hochdruck

Die Druckklischees wurden im Hochdruck verwendet. Beim Hochdruck werden Abbildungen in einer gemeinsamen Druckform mit den Schriftlettern gesetzt, beide müssen exakt die gleiche Druckhöhe haben. Die Klischees sind deshalb auf Hartholz befestigt. In der Vergrößerung des Abdrucks werden Unebenheiten und Gebrauchsspuren der einzelnen Druckvorlage sichtbar. Dadurch wird sie, wie ein Fingerabdruck, einzigartig und wiedererkennbar.

Einige der hier gezeigten Klischees gehörten vermutlich zur Betriebszeitschrift des Berliner Städtischen Straßenbahnbetriebs "Die Strassenbahn", die bis 1929 erschien.