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Deutsches Technikmuseum - Januar

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Die Webseiten der Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin (SDTB) auf einen Blick:

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Die Stiftung umfaßt sechs Standorte:

Objekt des Monats Januar 2016

Foto: Das vollbewegliche Modell des Treptower Riesenfernrohrs mit Beobachterplattform und Gegengewichten.

Das vollbewegliche Modell des Treptower Riesenfernrohrs © SDTB / Foto: C. Kirchner

Modell des Treptower Riesenfernrohrs, ca. 1895

Das hier gezeigte Objekt stellt ein Modell des Treptower Riesenfernrohrs in der Archenhold-Sternwarte (Berlin-Treptow) dar. Der Überlieferung nach soll es sich um ein Demonstrationsstück handeln, das bereits vor dem Bau des Originals im Treptower Park im Jahr 1896 angefertigt worden ist.

Angeblich soll der Sternwarten-Gründer Friedrich Simon Archenhold (1861 – 1939) dieses Modell benutzt haben, um damit potentielle Geldgeber für sein Projekt zu gewinnen.

Der Erbauer des Modells ist unbekannt; möglicherweise wurde es in den Werkstätten des Berliner Maschinenbauers Carl Hoppe gefertigt, der auch das eigentliche Rieseninstrument baute.

Dass Archenhold auch später dieses Modell benutzte, um den Besuchern der Sternwarte das Fernrohr zu erklären, ist durch eine bereits vor dem Ersten Weltkrieg entstandene Filmaufnahme dokumentiert.
Es überdauerte auch den Zweiten Weltkrieg und dient heute noch demselben Zweck, den Archenhold ihm einst zugedacht hatte.

Foto: Der beleuchtete große Refraktor der Archenhold Sternwarte in Funktion. Publikum beobachtet den Mond am fast wolkenlosen Himmel.

Mondbeobachtung am Riesenfernrohr 2015 © SDTB / Foto: F.-M. Arndt

Das vollbewegliche Modell erklärt die Grundprinzipien

Das vollbewegliche Modell verzichtet auf alle Details wie etwa den Antrieb oder den Zugang zum Okular. Es zeigt nur in einfachster Weise die Grundprinzipien des Fernrohrs:

  • die aus einer Tonne herausgeschnittene Gabelmontierung,
  • ihre Lagerung auf Rollen,
  • die unbewegliche Beobachterplattform,
  • die Ausbalancierung des Rohres durch lange, abgespreizte Arme mit Gegengewichten
  • und schließlich das Konzept des "unbeweglichen Okulars" – der Kreuzungspunkt beider Drehachsen befindet sich dort, wo der Beobachter in das Fernrohr hineinschaut.

Der Beobachter kann also die ganze Nacht auf seinem Standort bleiben. Er benötigt keine aufwändigen Treppen oder Hebebühnen, wie sie seinerzeit bei vergleichbar großen Fernrohren nötig waren. Dies reduzierte die Baukosten deutlich.

Die Archenhold-Sternwarte gehört seit Juli 2016 zur Stiftung Planetarium Berlin (SPB).