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Deutsches Technikmuseum - Februar

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Die Webseiten der Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin (SDTB) auf einen Blick:

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Die Stiftung umfaßt sechs Standorte:

Objekt des Monats Februar 2016

Foto: Seitenansicht des zentralen Bauelements: unten die Mattscheibe, darüber der trichterförmige Korpus der Bildröhre. An dessen schmalem Ende wird ein Elektrodenstrahl erzeugt und auf die Mattscheibe projiziert, so dass hier die Fernsehbilder entstehen.

Eine der letzten ihrer Art: eine Farbfernsehbildröhre © SDTB / Foto: C. Kirchner

Letzte Farbfernsehbildröhre aus Berlin, 2006

Vor zehn Jahren, am 22. Februar 2006, liefen die letzten in Berlin hergestellten Fernsehbildröhren vom Band. Es war das Aus für einen bedeutenden Fabrikstandort unserer Stadt: den markanten Peter-Behrens-Bau in Oberschöneweide. Gleichzeitig endete damit für Berlin die Ära des Röhrenfernsehers.

Über 70 Jahre hatte das Fernsehpublikum buchstäblich in die Röhre geguckt. Seit Einführung des ersten öffentlichen Fernsehens 1935 war die Kathodenstrahlröhre das zentrale Bauelement der meisten TV-Empfänger.

Ihr technischer Aufbau bestimmte Form und Größe der Geräte: Je größer die Mattscheibe, desto länger und voluminöser die Bildröhre. Allein schon diese Tatsache machte den Fernseher zu einem zentralen Möbelstück vieler Wohnzimmer.

Foto: An einer Straßenecke steht ein Röhrenfernseher im Schnee – er wurde offensichtlich entsorgt.

Aus dem Wohnzimmer auf die Straße: Röhrenfernseher, 2015. Foto: Eva Kudraß

Zu sperrig für die Zukunft

Letztlich war das sperrige Format der Hauptgrund für das jähe Ende der Röhre. Mit dem Aufkommen kompakter Flachbildschirme um das Jahr 2000 wollte kaum jemand mehr einen Röhrenfernseher.

Vom massiven Rückgang der Verkaufszahlen war insbesondere die aufwendige Röhrenherstellung betroffen. Fabriken mussten schließen, so auch das traditionsreiche Werk für Fernsehelektronik WF in Oberschöneweide mit 800 Beschäftigten. Der ehemalige Volkseigene Betrieb (VEB) war erst gut zehn Jahre zuvor vom südkoreanischen Samsung-Konzern übernommen worden.

Jetzt war die moderne Produktionsstraße reif für den Schrott – und für das Museum:
Eine Auswahl von Produkten und Maschinen ging an das Deutsche Technikmuseum, unter anderem die hier gezeigte Bildröhre – eine der letzten ihrer Art.

Vor Ort erinnert heute der "Industriesalon Schöneweide" an die Geschichte der Fabrik.