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Deutsches Technikmuseum - März

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Die Webseiten der Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin (SDTB) auf einen Blick:

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Die Stiftung umfaßt sechs Standorte:

Objekt des Monats März 2016

Foto: Die verzierte Platte entspricht in Rautenform und Linienverlauf der Skizze, der guillochierte Kettenanhänger hat unterschiedliche Gravurmuster.

Skizzenbuch und Musterplatte von Walter Zaiß, ca. 1995, und die Guillochierarbeit von Katharina Gisch, 2015 © SDTB / Foto: C. Kirchner

Skizzenbuch und Musterplatte fürs Guillochieren, ca. 1995

Guillochierarbeit Kettenanhänger, 2015

Das Guillochieren ist eine historische Gravurtechnik, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts besonders für die Verzierung von Taschenuhrdeckeln und Füllfederhaltern Verwendung fand.

Fast hundert Jahre später richtete Altmeister Walter Zaiß 1993 im Deutschen Technikmuseum die Guillochierabteilung ein und unterwies den damaligen Vorführer in dieser alten Kunst.

Als Zaiß 2001 verstarb, vermachte er dem Museum seinen Nachlass, bestehend aus zahlreichen Musterplatten und Skizzenbüchern.

Das Projekt "Manufakturelle Schmuckgestaltung"

Dieser Nachlass war die Initialzündung für eine ehrgeizige Idee. Zusammen mit weiteren Experten der Schmuckindustrie aus Pforzheim startete das Deutsche Technikmuseum 2005 eine Forschungsreihe zur Rekonstruktion historischer Jugendstilschmuckstücke anhand von manufakturellen Fertigungstechniken.

Durch die so gewonnenen Einblicke und Erfahrungen entstand die Idee, das Wissen der alten Meister an zukünftige Generationen weiterzugeben.
Das vom Deutschen Technikmuseum ins Leben gerufene Projekt "Manufakturelle Schmuckgestaltung" hat sich gemeinsam mit seinen Pforzheimer Kooperationspartnern diesem Ziel verschrieben.

S/W-Foto links: Walter Zaiß an der Guillochiermaschine, Farbfoto rechts: Eine junge Frau drückt den Stichel gegen eine gewölbte Metallplatte und graviert so ein Muster darauf.

Generationsübergreifend: Altmeister Walter Zaiß und Schmuckdesignerin Katharina Gisch an der Guillochiermaschine © SDTB / Foto links: Historisches Archiv, Foto rechts: Yolanda Heintze

In zahlreichen Workshops und Seminaren erhalten junge Schmuckschaffende die Möglichkeit, die historischen Techniken der manufakturellen Schmuckherstellung zu erlernen und diese auf ihre Schmuckentwürfe anzuwenden. So entstand beispielsweise die hier gezeigte Kette von Katharina Gisch. Auch Besucherinnen und Besucher profitieren von diesem Projekt durch Vorführungen, Führungen, Filme und Mitmachaktionen für Kinder.

Grafik: Logo der Deutschen UNESCO-Kommission zur Bewahrung immateriellen Kulturerbes

2015 wurde die "Manufakturelle Schmuckgestaltung" von der Deutschen UNESCO-Kommission in das Register guter Praxisbeispiele zur Bewahrung immateriellen Kulturerbes aufgenommen.