| |

Deutsches Technikmuseum - Juni

Navigationsmenüs


Webseitenübersicht

Die Webseiten der Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin (SDTB) auf einen Blick:

Stiftung

Die Stiftung umfaßt sechs Standorte:

Objekt des Monats Juni 2016

Foto: Zwei Dolche liegen zum Vergleich nebeneinander. Sie bestehen aus Metall, Holz und Leder. Die Materialien des einen Dolches sind stark zersetzt und die des anderen nahezu unbeschädigt.

Fliegerdolche aus der Zeit des Nationalsozialismus: Fundstück und Vergleichsobjekt © SDTB / Foto: C. Kirchner

Fliegerdolche aus der Zeit des Nationalsozialismus, 1934 - 1945

2015 machte eine Gruppe Jungen aus Doberlug-Kirchhain in Brandenburg beim Spielen eine unerwartete Entdeckung im Erdboden: Sie gruben einen halb zerfallenen rostigen Dolch aus. Gemeinsam mit ihrem Lehrer brachten sie das Fundstück ins Deutsche Technikmuseum nach Berlin.

Zuerst kam das neue Museumsobjekt in die Restaurierungswerkstatt. Die Untersuchung ergab, dass die Waffe mehrere Jahrzehnte im Boden gelegen hatte.

Da die Materialien stark zersetzt waren, mussten die Restauratoren die übriggebliebenen Teile sehr vorsichtig reinigen. Um den Zustand zu stabilisieren und einen weiteren Zerfall zu verhindern, wurde der Dolch mit speziellen Löse- und Bindemitteln behandelt. Im Vergleich mit einem zweiten, fast unbeschädigten Dolch wird deutlich, welche Folgen verschiedene äußere Einflüsse auf unterschiedliche Materialien haben.

Fotoausschnitt: Oberer Teil der Hülle des gefundenen Dolches. Das ehemals blaue Leder ist fast ganz zersetzt, das Metall von Mundblech und Parierstange ist stark angegriffen. Unten der Anhänger.

Die Zeit im Erdboden ist dem Dolch deutlich anzusehen. © SDTB / Foto: C. Kirchner

Der Fliegerdolch – Teil der Paradeuniform

Der Fliegerdolch wurde zwischen 1934 und 1945 unter anderem in Solingen hergestellt und an Mitglieder des Deutschen Luftsport Verbandes (DLV) sowie ab 1937 an die Nachfolgeorganisation, den Nationalsozialistischen Fliegerkorps (NSFK), ausgegeben.

Beide Organisationen waren für die vormilitärische Ausbildung für den Dienst bei der Luftwaffe zuständig. Während der NS-Zeit trugen die Mitglieder derartige Dolche zu Paraden oder ähnlichen Anlässen linksseitig zur Dienst- und Ausgehuniform. Unabhängig vom Rang gehörten zur blauen Standarduniform des DLV und NSFK neben dem Fliegerdolch auch das Braunhemd und die Hakenkreuzarmbinde.

Über den Grund, warum der Fliegerdolch vergraben wurde, können heute nur noch Vermutungen angestellt werden. Möglich wäre, dass der frühere Besitzer von den vorrückenden Alliierten nicht als Mitglied der NS-Organisation erkannt werden wollte.