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Deutsches Technikmuseum - Schwimmender Barock

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"Schwimmender Barock: Das Schiff als Repräsentationsobjekt"

Das Buchcover: Es zeigt einen mit Feder gezeichneten Dreimaster mit gehissten Segeln, unter dem Schiff einige blaue Tintenkleckse. © BNF / Grafik: Schiel-Projekt GmbH

Der Buchtitel. be.bra-Verlag, 2018

Was verbindet die großen Segelschiffe des Barock mit den Palästen jener Zeit? Dieser Frage geht das Buch "Schwimmender Barock. Das Schiff als Repräsentationsobjekt" nach. Auf 160 reich bebilderten Seiten gibt die Publikation Einblicke in die formgewaltige Welt des Barock, zeigt prunkvolle Schiffshecks und erklärt den Ursprung der für das Rokoko so typischen Muschelform, der Rocaille.

Als Begleitband zur Sonderausstellung "Architectura navalis – Schwimmender Barock" ist das Buch als vierter Band der Schriftenreihe "Neue Berliner Beiträge zur Technikgeschichte und Industriekultur" der Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin im be.bra verlag erschienen. Ein kleines Pop-Up-Schiffsmodell liegt bei.

Leseproben finden Sie in der Materialbox am Seitenende.

Eine architektonische Reise in die Welt des Barock

Die Leserinnen und Leser begeben sich auf eine architektonische Reise in die ausdrucksstarke und formengewaltige Epoche des Barock (ca. 1575-1770). Insbesondere die absolutistischen Herrscher in Frankreich, wie der Sonnenkönig Ludwig XIV. und sein Nachfolger Ludwig XV., betrieben die Inszenierung ihrer Machtstellung mit großem Aufwand. Heute noch legen französische Schlösser und Paläste ein eindrucksvolles Zeugnis davon ab.

Weniger bekannt ist, dass sich repräsentative Herrschaftsarchitektur auch auf die großen dreimastigen Segelschiffe im Barock erstreckte. Insbesondere deren weithin sichtbaren Heckbereiche wurden nach Art einer Gebäudearchitektur entworfen. Aus dem bloß funktionalen Heckelement entwickelte sich eine regelrecht architektonisch gestaltete Schiffsheckfassade. Mit dieser architectura navalis begann ein neues Kapitel der Schiffbaugeschichte.

In der Gegenrichtung lässt sich für das Rokoko, also der Zeit des Spätbarock, ein Rücktransfer architektonischer Elemente vom Meer auf das Land rekonstruieren. Die aus der Schiffsarchitektur stammenden Asymmetrien, besonderen Gliederungen und Formgebungen hielten Einzug in die Interieurgestaltung repräsentativer Gebäude.

Aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet

Die Herausgeberinnen Maike Priesterjahn und Claudia Schuster führen aus kultur- und wissenschaftshistorischer Perspektive in das Thema ein. Der Bauhistoriker Jan Pieper stellt die Genese der Schiffsheckarchitektur von ihren frühen Anfängen im 15. Jahrhundert bis in ihre Hochphase im 18. Jahrhundert dar, die Architekturhistorikerin Anke Fissabre erörtert die Übernahme der Architekturelemente von Schiffen in die Interieurs herrschaftlicher Gebäude.

In einem zweiten Beitrag erläutert Jan Pieper das bildgewaltige ikonografische Programm französischer Schiffe im Zeitalter absolutistischer Repräsentation, bevor der Kunstwissenschaftler Markus Neuwirth das Konzept des Barock aus kunsthistorischer Perspektive diskutiert. Der Begleitband richtet sich an Architekturinteressierte, Schiffbauinteressierte sowie Barockfans und vertieft die Hauptthemen der Ausstellung und die darin vermittelten Forschungsthesen.

Die Herausgeberinnen:

Maike Priesterjahn, M.A., ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin der Abteilung Schifffahrt und Nautik im Deutschen Technikmuseum und Kuratorin der Ausstellung „Architectura navalis – Schwimmender Barock“ im Deutschen Technikmuseum.
Claudia Schuster, M.A., ist Leiterin der Abteilung Schifffahrt und Nautik im Deutschen Technikmuseum.

"Schwimmender Barock: Das Schiff als Repräsentationsobjekt"
Maike Priesterjahn, Claudia Schuster (Hg.): Schwimmender Barock. Das Schiff als Repräsentationsobjekt. Neue Berliner Beiträge zur Technikgeschichte und Industriekultur. Schriftenreihe der Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin, Band 4. be.bra verlag, 160 Seiten, zwei Ausgaben: deutsch und englisch, jeweils 24 Euro.
ISBN 978-3-89809-153-4 deutsch
ISBN 978-3-89809-154-1 englisch

Erhältlich im Buchhandel und im Museumsshop des Deutschen Technikmuseums in Berlin.