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Deutsches Technikmuseum - Flugzeugindustrie als Entstehungsort maschinellen Rechnens 1944–1955

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Flugzeugindustrie als Entstehungsort maschinellen Rechnens 1944–1955

Prof. Dr. Richard Vahrenkamp, Logistik Consulting Berlin

Die militärische Stärke der USA um 1945 beruhte ganz wesentlich auf einer schlagkräftigen Luftwaffe und starken Verbänden von Flugzeugträgern. Eine leistungsfähige Flugzeugindustrie war dafür Voraussetzung.

Der Vortragende wird auf die Dominanz des Themas "von Neumann-Computer" in der Historiografie hinweisen und demgegenüber anhand zahlreicher Quellen aufzeigen, dass im kalifornischen Cluster der Flugzeugindustrie, neben dem Institute for Advanced Study in Princeton, ein zweites Zentrum des maschinellen Rechnens (vornehmlich mit Analogcomputern) nach 1944 entstanden war, das bisher von der Forschung wenig beachtet wurde. Mit elektronischen Analogrechnern wurden u.a. Probleme des Flügelflatterns und der Schockabsorption von Landungsfahrwerken an Flugzeugen gelöst.

Die zahlreichen Raketenprojekte des US-Militärs nach 1945 waren ebenfalls ein wichtiges Anwendungsfeld für analoge Computer. Das Flugzeugcluster fand keine vorrangige Verwendung für die digitale von Neumann-Maschine. Noch bis 1980 war das Rennen zwischen analogen und digitalen Computern in der Luft– und Raumfahrt nicht zugunsten der letzteren entschieden. So nahm 1961 die NASA einen analogen Großcomputer (general purpose) für das Projekt Saturn V in Betrieb.

Seine These von der Flugzeugindustrie als Entstehungsort maschinellen Rechnens nach 1944 überträgt der Vortragende auch auf andere Länder mit starker Flugzeugindustrie, wie Großbritannien und die UdSSR. Nicht zufällig entstand Zuses Z3, der erste elektrische digitale Computer in Deutschland, 1941 im Kontext der Berliner Flugzeugindustrie.

Datum Zeit Ort
Do., 17. Januar 2019 17.30 Uhr Vortragssaal, 4. OG

Ein Vortrag der Reihe "Geschichte neuer Technologien" des VDI-Arbeitskreises Technikgeschichte (Leitung: Dr.-Ing. Karl-Eugen Kurrer und Dr. phil. Stefan Poser)