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Technoversum - Faszination des Augenblicks - Eine Technikgeschichte der Fotografie

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Die Webseiten der Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin (SDTB) auf einen Blick:

Stiftung

Die Stiftung umfaßt sechs Standorte:

"Faszination des Augenblicks - Eine Technikgeschichte der Fotografie"
- ab 8. März 2007 -
mit Sonderausstellung "Mit der Kamera in die Welt -
Der Bordfotograf Richard Fleischhut"
- 8. März bis 10. Juni 2007 -

„Die Erfindung der Fotografie ist ein ebenso entscheidendes historisches Ereignis, wie es die Erfindung der Schrift war“ (Vilém Flusser). So lautet eines der Eingangszitate der neuen Dauerausstellung „Faszination des Augenblicks“ im Deutschen Technikmuseum Berlin, konzipiert von Gerd Kemner, Leiter des Fachgebiets Foto- und Filmtechnik. Sie präsentiert eine Geschichte der Fototechnik: von frühen Lochkameras „Camerae Obscurae“ (1820-1860), den ersten Fotokameras – den so genannten Daguerreotypie-Apparaten (1839) – über Spiegelreflexkameras bis hin zur heutigen, digitalen Fototechnik.
Berlin verfügt damit seit dem Zweiten Weltkrieg erstmalig wieder über eine repräsentative Sammlung zur Geschichte der Fototechnik einschließlich der Reproduktions-, Labor-, Projektions-, Blitzlicht- und Fotomesstechnik.
In der Fotogalerie der Dauerausstellung eröffnet zeitgleich eine erste Wechselausstellung mit rund 40 eindrucksvollen Aufnahmen des Bordfotografen Richard Fleischhut (1881-1951).
Unter den Portraits der 1930er Jahre sind Fred Astaire, Buster Keaton, Marlene Dietrich, Max Schmeling, Luis Trenker sowie weitere internationale Prominenz aus Politik, Kultur, Wissenschaft und Wirtschaft – zumeist aufgenommen an Bord legendärer deutscher Ozeandampfer. Weitere 25 Fotos sind in der Schifffahrtsausstellung im Neubau zu sehen.

„Faszination des Augenblicks – Eine Technikgeschichte der Fotografie“
Die Ausstellung vermittelt auf 400 Quadratmetern in 40 Kapiteln nahezu 170 Jahre Technikgeschichte der Fotografie: Rund 300 Kameras und unzählige weitere Exponate geben einen Überblick über den Wandel von fotografischen Produktionsmethoden und -techniken sowie die Vielzahl ihrer Anwendungsgebiete im privaten wie im professionellen Bereich. Die fotografische Gattung des Portraits ist dabei der rote Faden, der alle Kapitel durchzieht und die inhaltliche Klammer bildet. Zahlreiche Hands-On-Objekte und andere interaktive Bereiche laden die Besucherinnen und Besucher zum Ausprobieren ein.

Von Spionage- bis Unterwasserfotografie
Besondere Aufmerksamkeit gilt den vielfältigen Anwendungsformen der Fotografie. In Schaukästen sind die Bereiche Werbe-, Reise-, Unterwasser-, Stereo-, Sofortbild-, Spionage-, Detektiv-, Mikro-/Makro-, Panorama-, Luftbild-, Kriegs- und Pressefotografie inszeniert. Zu den bemerkenswerten Exponaten zählen hier eine von Hans Hass konzipierte Unterwasserkamera von 1956 sowie eine KGB-Geheimkamera aus den 1960er Jahren mit Federzugmotor zur Aufnahme aus einem Jacketknopfloch, eine Ermanox, mit der 1925 von Erich Salomon die ersten Pressebilder geschossen wurden und eine Kodak Cirkut von 1907, eine der frühesten Panorama-Kameras für 360-Grad-Aufnahmen.
Eine erkennungsdienstliche Fotoeinrichtung aus den 1930er Jahren dokumentiert, wie noch bis zur Wende in der Haftanstalt der DDR-Staatssicherheit in Berlin-Hohenschönhausen Fotos für Häftlingskarteien aufgenommen wurden.

Vom Aufnahmeatelier der 1880er Jahre bis zum Morphing-Studio
Neben Kunstinstallationen und Projektionen animieren zahlreiche Hands-On-Objekte, interaktive Medien und multimediale Inszenierungen zum Anfassen und Mitmachen. Ob in Form einer Zeichenstudie an einer Camera Obscura aus dem 19. Jahrhundert, bei Einstellübungen in einem historischen Aufnahmeatelier von 1880 oder bei der Verfremdung von Portraits mit Hilfe von digitalen Bildbearbeitungstechniken im Morphing-Studio – der kreative Umgang mit Fototechnik ist ein zentrales Anliegen der Ausstellung.

Frühgeschichte der Fotografie
Der direkte Vorläufer des Fotoapparats ist die Camera Obscura oder Lochkamera. Ein in das Innere der Camera Obscura auf Papier projiziertes Bild kann durch eine Öffnung betrachtet und abgezeichnet werden. Ein Highlight in diesem Bereich ist eine Zeltkamera von 1810.
Unter den Zeugnissen des ersten bildgebenden Verfahrens, der Daguerreotypie, befindet sich das Original der vermutlich ältesten noch vorhandenen, in Deutschland hergestellten Schiebekastenkamera (1839) von Carl Geiger. Weitere Techniken aus der Anfangszeit der Fotografie sind die Talbotypie, Kollodiumfotografie und das Gelatinetrockenplatten-Verfahren.

Die Welt der fotografischen Optik
Der Bereich Optik gibt einen Einblick in die Entwicklung fotografischer Objektive. Drei Schaukästen, eine Linsenschleifmaschine mit Werkzeugen, ein didaktisches Blätterbuch sowie dreidimensionale Einblicke in industrielle Herstellungsprozesse lassen dieses scheinbar eher trockene Thema lebendig werden. Herausragende Objekte in diesem Bereich sind das erste Zoomobjektiv für professionelle 35-mm-Filmkameras der 1930er Jahre aus Berlin und ein 1000-mm-Spiegelteleobjektiv mit hoher Lichtstärke von 1965, das entlang der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze auf den Bewachungstürmen Verwendung fand.

Richard Fleischhut (1881-1951): Mit der Kamera in die Welt
Von 1905 bis 1939 war das Erste-Klasse-Deck der großen deutschen Luxusliner der bevorzugte Arbeitsplatz des Bordfotografen Richard Fleischhut. Auf unzähligen Linien- und Kreuzfahrten des Norddeutschen Lloyd gelang es ihm, den kultivierten Luxus mondäner Schiffsreisen in ästhetisch und emotional wirkungsvollen Bildern festzuhalten.
Allein mit dem schnellsten und größten Luxusliner der damaligen Zeit, der „Bremen“, war Fleischhut über 150-mal auf den Meeren der Welt unterwegs. Während der fünf Tage dauernden Atlantiküberquerungen setzte er die eindrucksvolle Schiffsarchitektur, die Naturgewalten des Meeres und das Leben der Menschen an Bord sowie auf Landgängen in Szene. Die dabei entstandenen Portraitaufnahmen zeigen prominente Schauspieler, Politiker, Spitzensportler, Musiker, Schriftsteller, Lebenskünstler und Industrielle in einer entspannten Atmosphäre. Fleischhut dokumentierte diese seltenen Momente kultivierten Müßiggangs - aus nächster Nähe und doch mit dem professionellen Abstand eines Fotografen.
Die Fleischhut-Ausstellung gliedert sich in zwei Themenbereiche: Die Fotoausstellung widmet sich mit 45 Aufnahmen dem Portrait. In der Schifffahrtsausstellung sind 25 schifffahrtsspezifische Motive zu sehen.

  • Die Lochkamera (Camera obscura) als Vorläufer des Fotoapparates in verschiedenen Ausführungen als Handkamera, Zeltkamera mit Prismenaufsatz, Camera lucida und Ochsenauge (Scioptric ball).

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  • Den Urlaub ein zweites Mal erleben beim gemütlichen Diaabend im Kreis von Familie und Freunden; 1960er Jahre

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  • Blick in eine Ausstellungsvitrine zum Thema Optik. Teleobjektive inszeniert am Beispiel einer Fußballreportage.

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  • Erste Schnappschüsse mit Papas Voigtländer Vitessa, 1955

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  • Spiegelreflexkameras aus verschiedenen Zeitepochen. V.l.n.r. Ernemann, Dresden, Patent-Klappreflexkamera; Franke & Heidecke, Braunschweig, zweiäugige Reflexkamera; englische Tropenreflexkamera und die erste Kleinbildreflexkamera Kine-Exakta der  Firma Ihagee aus Dresden.

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