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Deutsches Technikmuseum - Gleisdreieck - Ein Bahngelände in Berlin

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Webseitenübersicht

Die Webseiten der Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin (SDTB) auf einen Blick:

Stiftung

Die Stiftung umfaßt sechs Standorte:

Schwarzweissfoto: Links der schlanke Schornstein, rechts der Wasserturm mit Stahlgerüst. Beide sind gleich hoch.

Wasserturm und Schornstein auf dem Gelände des Anhalter Güterbahnhofs, 1978

Schwarzweissfoto: Die Gebäude sind teilweise eingefallen, die Dächer kaputt. In der Mitte ein abgestelltes Schrottauto.

Blick vom Wasserturm auf das Kesselhaus der Wagenwaschanlage, links das ehemalige Werkstatthaus, in dem heute die Schmiede untergebracht ist, 1982

Schwarzweissfoto: Ein Baum wächst direkt aus einer Eisenbahnschwelle.

Gleiswildnis, 1982 (Ausschnitt)

Schwarzweissfoto: Im Vordergrund Ruinen, bis zu den circa 500 m entfernten Ladeschuppen nur grünes Brachland mit vielen Bäumen.

Ausschnitt: Blick vom Wasserturm auf die Ladestraße des Anhalter Güterbahnhofs mit dem verbliebenen Flügel des Kopfbahnhofs (heute Science Center Spectrum), 1978



Gleisdreieck - Ein Bahngelände in Berlin

Fotografien von Hans W. Mende
Galerie der Fototechnik-Dauerausstellung

19. November 2013 bis 2. Februar 2014

SW-Foto: Keine Wände, kein Dach mehr - es stehen nur noch einige Stützbalken. Auf dem Boden viele Ruinenteile.

Blick in den verfallenen Lokschuppen 1, im Hintergrund der Wasserturm mit dem Symbol der Berliner Hausbesetzer, 1982

Sonderausstellung im Rahmen des Jubiläums "30 Jahre Deutsches Technikmuseum"

Das ehemalige Bahngelände Gleisdreieck ist ein geschichtsträchtiger Ort in der Mitte Berlins, der im Laufe der Zeit viele Wandlungen durchlebt hat. Große Teile des Areals mit seinen Bauten gehören jetzt zum Deutschen Technikmuseum, das 2013 seinen 30. Geburtstag feiert.

Der Fotograf Hans W. Mende unternahm seit Anfang der 1970er Jahre immer wieder Erkundungsgänge über das brachliegende Bahngelände zwischen Anhalter und Potsdamer Güterbahnhof. Unaufgeregt und mit präzisem Blick dokumentierte er sowohl den voranschreitenden Verfall der Stellwerke, Drehscheiben und Lokschuppen als auch die Wiederinbesitznahme der Flächen durch die Natur. Erst als große Teile des Geländes und der Ruinen ab 1983 für den weiteren Ausbau des Technikmuseums abgesperrt wurden, stellte er seine Besuche ein.

Die Sonderausstellung präsentiert eine Auswahl von 40 Originalabzügen aus dem Museumsbestand, die im 1982 erschienenen gleichnamigen Bildband erstmalig publiziert wurden.

SW-Foto: Im Vordergrund die Hochbahn über dem Kanal. Auf dem Eckgrundstück, auf dem jetzt der Neubau steht, sind nur einige flache Garagen.

Blick vom Postscheckamt über den Landwehrkanal in die Trebbiner Straße, 1980

Vom "großartigen Tempel der Technik unter freiem Himmel" zum exterritorialen Niemandsland

Als "Eiserne Landschaft" und "großartigen Tempel der Technik unter freiem Himmel" beschrieb der Schriftsteller Joseph Roth 1924 in seinem "Bekenntnis zum Gleisdreieck" das Areal zwischen Anhalter und Potsdamer Güterbahnhof. Im Schnittpunkt von Fern- und Stadtbahn sowie Hoch- und Untergrundbahn hatte sich dort einer der höchst frequentierten Eisenbahnknotenpunkte des Deutschen Reiches entwickelt. Gut zwanzig Jahre später lag als Folge des Zweiten Weltkriegs ein Großteil der Gleis- und Bahnanlagen in Trümmern; der Bahnbetrieb kam fast vollständig zum Erliegen. Durch die Einstellung des Fernverkehrs 1952 und die Teilung Berlins rückte das einst im Zentrum der Stadt gelegene Areal an den Mauerrand des Bezirks Kreuzberg. Die verbliebenen Gleisanlagen, Stellwerke und Wassertürme befanden sich bis zur Wiedervereinigung im Besitz der Ost-Berliner Reichsbahndirektion, das Gelände selbst gehörte zu West-Berlin.

Es war ein exterritoriales Niemandsland entstanden, in dem sich im Verlauf von fast vierzig Jahren die Natur die brachliegenden Verkehrsflächen zurückeroberte. Gestört wurde die Ruhe gelegentlich von Hobbybastlern, die an ihren Autos schraubten, von jungen Künstlern, die in den Ruinen ihre Feste feierten oder von Hausbesetzern, die aus dem Wasserturm heraus ihren illegalen Radiosender betrieben. Nur selten kontrollierten Ost-Berliner Transportpolizisten der Reichsbahn das Areal, um die ungebetenen Besucher aus dem verwilderten Park zu vertreiben.

Vita
Hans W. Mende wurde 1948 in Brake/Unterweser geboren und lebt heute in Berlin und im Westerwald. Seit dem Abschluss des Studiums als Meisterschüler an der Universität der Künste 1975 und der Berufung in die Deutsche Gesellschaft für Photographie arbeitet er als freischaffender Fotograf. Er zählt zu den bekanntesten Berliner Fotografen der Vor- und Nach-Wendezeit und gilt gleichzeitig als einer der renommiertesten Vertreter der dokumentarischen Schwarz-Weiß-Fotografie in Deutschland. Seine Werke sind in vielen Sammlungen und Museen präsent.

Headerfoto: Rangierbetrieb vor der Südfassade des Lokschuppens 2, 1970
Alle Fotos: SDTB, Historisches Archiv / © Hans W. Mende