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Deutsches Technikmuseum - Objekt im Fokus

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Detailfoto der drei, untereinander mit Zahnrädern verbundenen großen Walzen der im Museum ausgestellten 300 Jahre alten bolivianischen Zuckerrohrmühle. Alle Teile sind aus Holz gefertigt

Drei-Walzen-Zuckerrohrmühle aus Holz, Bolivien, um 1700 © SDTB/Foto: C. Kirchner

Drei-Walzen-Zuckerrohrmühle aus Holz, Bolivien, um 1700

Für die Rohrzuckergewinnung wird zunächst der süße Saft aus dem Zuckerrohr gepresst. Die historische Saftgewinnung mit Walzenmühlen hat sich im Prinzip nicht verändert. Natürlich werden heute leistungsstarke, maschinengetriebene Walzen eingesetzt.

Funktion

Bei der hier gezeigten Drei-Walzen-Zuckerrohrmühle, die in dieser Form um 1700 eingesetzt wurde, sorgte noch Muskelkraft für den Antrieb.

Die Antriebsstange wurde durch Zugtiere bewegt und setzte über die Antriebswalze die übrigen Walzen gegenläufig in Gang. Das Zuckerrohr schoben die Arbeiter mit der Hand ein. Der Saft wurde durch die Walze ausgepresst.

Bestandteile

Die Mühle ist komplett aus Holz gefertigt. Durch den Jahrhunderte langen Gebrauch sind viele Teile verschlissen. Einige mussten deshalb nachgebaut oder ersetzt werden. Die ältesten Teile sind jedoch ungefähr 300 Jahre alt.

Kupferstich einer karibischen Zuckerrohrmühle um 1900. Drei Arbeiter schieben Zuckerrohr zwischen die Walzen. Diese werden per Muskelkraft über einen Hebel in Bewegung gesetzt

Zuckerrohrmühle in Westindien, um 1840, Lithographie © SDTB / Historisches Archiv, Bestand Zucker-Museum

Herkunft

Die Zuckerrohrmühle aus dem Inneren Boliviens ist ein Geschenk der Gebrüder Gasser, Eigentümer der Rohrzuckerfabrik La Belgica bei Santa Cruz.

Der abenteuerliche Transport nach Berlin erfolgte in Einzelteilen auf beschwerlichen Wegen zur Bahn, über die Anden zum Pazifik, durch den Panama-Kanal über den Atlantik nach Hamburg und schließlich nach Berlin. Im Zucker-Museum wurde die Mühle anhand eines kleinen, geschnitzten Modells wieder zusammengesetzt.