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Deutsches Technikmuseum - Schreib- und Drucktechnik

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Webseitenübersicht

Die Webseiten der Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin (SDTB) auf einen Blick:

Stiftung

Die Stiftung umfaßt sechs Standorte:

Schreib- und Drucktechnik

Schriften, Bilder und Zeichen - barrierefrei präsentiert

Auf einer Ausstellungsfläche von 200 Quadratmetern werden die Hauptthemen Schriftherstellung und Schriftsatz sowie Drucken von Schriften, Bildern und Zeichen präsentiert.

Die Themen werden gleichermaßen für sehende, blinde und seheingeschränkte Besucherinnen und Besucher erzählt. Taktile Informationsgrafiken, speziell angefertigte Tastobjekte sowie originale Objekte ermöglichen haptische Erfahrungen, begleitet von ungekürzten Braille-Beschriftungen.

Schwarzweißfoto einer Handsetzerei. In dem großen Raum voller Schubladenregale mit Drucklettern stehen circa 20 Schriftsetzer, die die Lettern für Zeitungsartikel und Buchseiten zusammensetzen.

Handsetzer im Torgauer Druck- und Verlagshaus, um 1910

Vom Abschreiben zum Drucken

Bis ins späte Mittelalter konnten Bücher nur durch das Abschreiben von Hand vervielfältigt werden. Papiere und Pergamente waren damals sehr wertvoll. Anstelle dieser mühseligen Arbeit stellte man zuerst in China Holztafeldrucke auf Papier her. Die ersten europäischen Holztafeldrucke stammen aus der Zeit um 1420/30. Äußerlich ähnelten sie eher einem "Bilderbuch", da der überwiegende Teil der Bevölkerung damals nicht lesen konnte. Präge- und Druckstempel benutzten vor 1450 bereits Buchbinder, Goldschmiede und Töpfer.

Foto: Quadratischer Würfel (ca. 2 x 2 cm) aus Bleilegierung mit Zierlinien und den Initialen des Firmengründers Hermann Berthold

Druckletter mit Firmenlogo der Schriftgießerei H. Berthold AG © SDTB / Foto: C. Kirchner

Herstellung von Schriften und Druckformen

Schriften für den Handsatz wurden über lange Zeit von Schriftgießereien hergestellt. Einer der wichtigsten, bis in die 1930er Jahre international bedeutender Hersteller war die 1858 gegründete Berliner Messinglinienfabrik und Schriftgießerei H. Berthold AG. Das Deutsche Technikmuseum bewahrt in seiner Sammlung, dem Historischen Archiv und der Bibliothek große Bestände dieser Firma auf. In der Ausstellung sind Teile eines Schriftguss-Kabinetts zu sehen.

Im Mittelpunkt einer Ausstellungseinheit zum Drucken von Bildern steht die 2017 komplett übernommene Steindruck-Werkstatt des Berliner Stein- und Offsetdruckmeisters Dietmar Liebsch - ergänzt durch museumseigene Objekte wie einer französischen Lithografiepresse mit handbetriebenem Sternrad aus Holz.

Foto: Mit einem Handhebel betriebene, eiserne Presse; viele Einzelelemente sind aus einem Guß. Ihre aus Metalllettern zusammengefügte, geschlossene Druckplatte war gut wiederverwendbar. Bei der Schnellpresse sieht man die Farbwalzen, Zahnräder und Hebel.

Originale Deckersche Stanhope–Handpresse aus Eisen, 1835. Links Schnellpresse mit Druckzylinder für Hand- oder Dampfmaschinenbetrieb, um 1895. © SDTB / Foto: C. Kirchner

Die vier Hauptdruckverfahren

Die Ausstellung veranschaulicht die technische Entwicklung der Drucktechniken seit den Innovationen Johannes Gutenbergs um 1450. Der thematische Fokus liegt auf der Zeit zwischen der Industrialisierung um 1800 und der Ablösung des Hand- und Maschinensatzes durch optomechanische Verfahren wie dem Fotosatz.
Diese Prozesse begannen, ausgehend von den USA, in den 1950er Jahren, wurden aber bereits seit den 1980er Jahren von elektronischen und digitalen Verfahren abgelöst.

Die vier Hauptdruckverfahren Hoch-, Tief-, Flach- und Durchdruck werden exemplarisch vorgestellt.

Handpressen, Schnellpresse, Setzmaschinen

Eiserne Handpressen, Schnellpressen, Rotationsdruckmaschinen und Maschinen im Bereich von Schriftherstellung und Schriftsatz machten im 19. Jahrhundert aus dem handwerklich geprägtem Druckereigewerbe bald eine grafische Druckindustrie. Offset- und Direktdruck, die heute zusammen mehr als 70% des Gesamtdruckvolumens einnehmen, sind Flachdrucktechniken und beruhen auf chemischen Prinzipien, die als lithografische Verfahren um 1796 zuerst im Steindruck angewendet wurden.

Zu sehen sind unter anderem:

  • eine Handsetzerei (Berlin, 1950er Jahre)
  • Eiserne Handpressen (Columbia-Handpresse, Edinburgh, um 1835 und Stanhope-Handpresse, 1835, aus der Königlich-preußischen Oberhofbuchdruckerei Decker)
  • Steindruck-Presse
  • Schnellpresse (A. Hamm, Frankenthal-Heidelberg, um 1895)
  • Setzmaschinen (Simplex, Mergenthal, um 1904)
  • Heidelberger Tiegel (1963)
  • Notenstecherei Paris
Foto: Jugendliche arbeiten an kleinen gusseisernen Druckerpressen.

Selber drucken in der Lehrdruckerei. © SDTB / Foto: C. Kirchner

Lehrdruckerei und Vorführungen

In der museumseigenen Lehrdruckerei können Gruppen (ab 10 Jahren, bis zu 24 Personen) sich in der "schwarzen Kunst" üben und unter Anleitung eigene Drucksachen herstellen. Wir bitten um Anmeldung bei Herrn Krämer unter (030) 90 254-218 oder per E-Mail an kraemer@sdtb.de.

Neben dem Betrieb der Lehrdruckerei, den Vorführungen verschiedener Druckpressen und einer Linotype kann auch der Steindruck den Besucherinnen und Besuchern demonstriert werden.