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Deutsches Technikmuseum - Gesichter der Arbeit

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Webseitenübersicht

Die Webseiten der Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin (SDTB) auf einen Blick:

Stiftung

Die Stiftung umfaßt sechs Standorte:

SW-Foto: Joseph Klimanel in seiner angeschmutzten Arbeitsjacke im VEB Elektrokohle Lichtenberg vor der Wandzeitung zum 66. Jahrestag der Oktoberrevolution: er mit Bart und Mütze und dahinter ein Foto von Lenin. Ein Glücksfall für den Fotografen.

Joseph Klimanel, VEB Elektrokohle Lichtenberg (EKL), 1983

SW-Foto: Eine Brigade Bahnarbeiter schreitet die Gleise ab. Sie wird angeführt von einer Frau, die gerade etwas in ihren Notizblock schreibt. Im Hintergrund sind mehrere Güterzüge abgestellt.

Reichsbahn-Betriebsbahnhof Rummelsburg, 1970

SW-Foto:Eine Kollegin wird zu ihrem Dienstjubiläum von ihrer Brigade mit Nelken und Urkunde beglückwünscht. Alle haben sich dazu in Arbeitskleidung in der Werkhalle versammelt.

Brigadefeier, VEB Elektrokohle Lichtenberg (EKL), 1979

SW-Foto: Ein Mann im Unterhemd sitzt neben einem halbhohen Blechschrank auf einem Stuhl und liest Zeitung.

Zeitungslektüre während einer Arbeitspause, VEB Kabelwerk Köpenick (KWK), 1986

SW-Foto: Pohler im Anzug sitzt an einem Schreibtisch und raucht eine Zigarre. Daneben steht der Parteisekretär im gestreiften Hemd mit Krawatte vor einem Porträt des DDR-Staatsratsvorsitzenden Erich Honecker.

Georg Pohler (sitzend), Generaldirektor des VEB Kabelwerks Oberspree (KWO) mit dem Parteisekretär des Werks, 1977

SW-Foto: Eine Frau mit Blumenstrauß im Arm steht vor einer Durchfahrt zwischen zwei Gebäuden. Über ihr ein Banner mit „VEB Elektromechanik Kaulsdorf. Unser Berliner Kalender: Bis zum 21.XII.1984 – 1 Million Kaffee- und Teeautomaten!“

Gefeierte Arbeiterin, VEB Elektromechanik Kaulsdorf, 1984

Gesichter der Arbeit

Fotografien aus Ostberliner Industriebetrieben von Günter Krawutschke, 1971 - 1986

Große Galerie, Neubau, 4. OG (im Eingangsbereich zur Luftfahrtausstellung)

6. März 2019 bis 8. März 2020

Rauchende Schlote, Menschen in Kittelschürze und Blaumann – Berlin ist vor dem Fall der Mauer ein bedeutender Industriestandort.

SW-Foto: Eine ältere Arbeiterin im verschmutzten Arbeitskittel nutzt eine Arbeitspause, um fröhlich lachend ihr Haar zu kämmen.

VEB Elektrokohle Lichtenberg (EKL), 1979

Dies gilt insbesondere für den Ostteil der geteilten Stadt. In der Hauptstadt der DDR schlägt neben dem politischen auch das industrielle Herz des Arbeiter- und Bauernstaats. Eine Vielzahl von Volkseigenen Betrieben (VEB) verteilt sich über dieses Stadtgebiet - darunter auch über ein Dutzend Großbetriebe mit mehreren tausend Beschäftigten.

Porträt der ostdeutschen Industriearbeiterschaft

Diese Welt kennt Günter Krawutschke wie kaum ein anderer. Seit 1965 arbeitet er als Bildreporter und Fotograf für den Berliner Verlag. Ein Schwerpunkt seiner Tätigkeit sind die Industriebetriebe im Ostteil der Stadt.

So ist er oft in Fabriken wie dem Kabelwerk Oberspree (KWO), den Metallhütten- und Halbzeugwerke (BMHW) oder der VEB Elektrokohle Lichtenberg (EKL).
Dabei interessieren ihn weniger die Produktionsabläufe oder Wirtschaftszahlen - er ist fasziniert von den Menschen, die hier arbeiten. Neben offiziellen Presseterminen nimmt er sich die Zeit, diese Welt zu studieren und mit seiner Kamera einzufangen.

SW-Foto: Schwere Arbeit im BMHW: Hier wurde Metall gebogen, gepresst, gewalzt und gezogen, Den zwei Arbeitern in der großen Maschinenhalle sieht man die Erschöpfung an. Einer reibt sich den Staub aus den Augen.

VEB Berliner Metallhütten- und Halbzeugwerke (BMHW), 1983

50 ausgewählte Aufnahmen vermitteln ungeschönte und teils intime Einblicke in diese längst verschwundene Welt: Sie dokumentieren emotionale Momente und starke Charaktere vor dem nüchternen Hintergrund des harten Arbeitsalltags – Aufnahmen, die zu DDR-Zeiten zumeist nicht veröffentlicht werden konnten.

30 Jahre Friedliche Revolution und Mauerfall

Krawutschke wird so unbeabsichtigt zum Chronisten einer Wirklichkeit, die schon wenige Jahre später nicht mehr existiert. Der politischen Wende 1989/90 folgt ein radikaler ökonomischer Umbruch. Heute sind in den Werkhallen, in denen er Arbeiterinnen und Arbeiter sowie Jugendbrigaden fotografiert hat, oftmals Asiamärkte oder Luxuslofts.

30 Jahre Friedliche Revolution und Mauerfall: Dieses Jubiläum ist der passende Anlass, um mit Hilfe dieser Fotografien an die tatsächliche Arbeitswirklichkeit in der späten DDR zu erinnern - jenseits aller Propaganda.

Der Fotograf

Günter Krawutschke wurde 1940 in Staßfurt, Sachsen-Anhalt, geboren. Nach Oberschule und Armeedienst arbeitete er als Kameraassistent beim Deutschen Fernsehfunk (DFF) in Ostberlin. Zwischen 1965 und 1992 war er als Bildreporter und Fotograf für den Berliner Verlag tätig. Seitdem ist er freiberuflicher Fotograf und Designer.

SW-Foto: Blick auf die grosse Gaskokerei – mit rauchenden Schloten, Kühltürmen und Förderbändern. Im Vordergrund schneebedeckte Kohlehalden.

Gaskokerei Berlin-Lichtenberg, 1981

Parallel zu seiner Berufstätigkeit absolvierte er eine Fotografenlehre und im Anschluss ein Diplomstudium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. Er war Mitglied im Verband Bildender Künstler der DDR.

Neben Industrieportraits widmete er sich vor allem der Architektur im Zentrum Berlins – so dokumentierte er die Spandauer Vorstadt, von 1988 bis 1995 den Wiederaufbau der Neuen Synagoge Berlin in der Oranienburger Straße oder die Entwicklung der Friedrichstraße seit 1990.

Headerbild:

Skatrunde im VEB Transformatorenwerk "Karl Liebknecht" Oberschöneweide (TRO), 1979

© für alle Fotos (alle schwarzweiß): SDTB, Historisches Archiv / Foto: Günter Krawutschke