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Deutsches Technikmuseum - Januar

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Objekt des Monats Januar 2014

Foto: Die linke Trommel dient zur Einstellung des Stundenwinkels, der exakten Himmelsrichtung und der geographischen Länge; die rechte wird zur Ablesung der Horizonthöhe, der Erhebung über den Himmelsäquator und der geographischen Breite benutzt

Der Astra-Plot in Arbeitsstellung © SDTB / C. Kirchner

Der Astra-Plot – ein "dreidimensionaler Rechenschieber" zur Astronavigation, 1969

Die Kieler Firma Anschütz fertigte seit 1920 nautische Instrumente, von denen besonders ihre Kreiselkompasse weltberühmt waren. 1969 entwickelte Anschütz schließlich den Navigationsglobus Astra-Plot.

Fünf Angaben für die Bestimmung des Schiffsstandorts

Das Gerät ermöglichte es, den Schiffsstandort ohne jede Papierrechnung auf eine Seemeile genau anzugeben. Hierzu benötigte man fünf Angaben: Erstens die ungefähre Position des Schiffes, die anhand von Kompasskurs und Fahrzeit zu ermitteln war; zweitens die Höhe eines Gestirns über dem Horizont, vorzugsweise der Sonne, die mit dem Sextanten gemessen wurde; drittens die exakte Himmelsrichtung dieses Gestirns, die mit dem Peilkompass bestimmt wurde; viertens dessen Stundenwinkel, der anhand von Uhrzeit und nautischer Tabelle ermittelt wurde, und fünftens den Winkelabstand des Gestirns zum Himmelsäquator, den man in der nautischen Tabelle oder auf der Sternkarte fand.

Anhand einer genau einzuhaltenden "Kochbuchanleitung" mussten die fünf Werte über zwei große Einstelltrommeln eingedreht werden, wobei die Skalen, Vertikalbögen und die sogenannten Meridianschwingen in geeigneter Weise miteinander eingeklinkt und zusammen verschoben wurden. Der Ablesewert an den Trommeln zeigte am Ende den genauen Schiffstandort. Mit ein wenig Übung war die Aufgabe in zwei Minuten erledigt.

Endpunkt der klassischen Navigation

Der Astra-Plot wurde in nur 30 Exemplaren gebaut, es war ein Kaufpreis von 30.000 DM vorgesehen. Er kam jedoch nie auf den Markt, da mit dem Zeitpunkt seiner Fertigstellung die Satellitennavigation ihren Siegeszug in der Seefahrt antrat. Insofern verkörpert der Astra-Plot den Gipfel- und Endpunkt der klassischen Navigation nach den Sternen.

Das Gerät wurde 2013 vom Deutschen Technikmuseum aus privater Hand käuflich erworben.